Nach „Schindlers Liste“ nahm sich Steven Spielberg erneut des zweiten Weltkrieges an, diesmal jedoch nicht aus Sicht der Juden, sondern der US-Soldaten und ihre Landung in Frankreich. Der Film beginnt mit den Erinnerungen eines alten Mannes, der mit seiner Familie einen Soldatenfriedhof besucht und dabei einen Weinkrampf erleidet. Es folgt ein Schwenk auf das Kriegsboot, dessen Insassen wir im weiteren Verlauf begleiten (u.a. Tom Hanks, Tom Sizemore, Vin Diesel...). Sie werden beauftragt, einen gewissen James Ryan aus der Schusslinie zu holen, da dieser bereits seine drei Brüder verloren hat...
Die schon jetzt viel zitierte Landung der Alliierten zu Beginn des Films gilt bereits als klassisch für das Anti-Kriegsfilm-Genre. Nie zuvor wurde mit einer solchen Direktheit draufgehalten, es erfolgen zu allen Seiten blutige Einschüsse, Menschen fangen Feuer, explodieren, verlieren Extremitäten und Gedärme. Dabei herrscht pausenlos ein Höllenlärm vor, dass man sich im Kino die ganze Zeit fragen mußte, ob man sich jetzt die Ohren oder die Augen zuhalten soll.
Nach diesen kompromißlosen ersten knapp 20 Minuten kehrt etwas Ruhe ins Geschehen, jedoch ist eindringliches Kriegsgeschehen auch weiterhin zur Genüge vorhanden. Zudem werden viele moralische Fragen erörtert, z.B. ob gestellte deutsche Kriegsgefangene getötet werden dürfen.
Ich kann mich nur der vorherrschenden Meinung anschließen: Spielberg ist ein starkes Kriegsdrama gelungen, dass vor allem im Kampfgetümmel ein hohes Maß an Realismus aufzeigt. Aber auch die Handlung und die starken Charaktere tun ihr übriges. Gehört ohne Zweifel zu Spielbergs besten Filmen und zu den 5 besten Filmen im Kriegsfilm-Genre.
9/10