Der Soldat James Ryan verlässt sich bei seiner Darstellung des Krieges einzig und alleine auf die schonungslose Vorführung von Brutalitäten. Er beschäftigt sich kaum mit den Menschen, sondern lässt diese höstens ab und an ein paar klischeehafte "Krieg ist schlimm" Dialoge führen, die aber nur Alibimäßig eingesetzt werden.
Weitaus vernichtendender für den Film ist allerdings die Tatsache, dass Spielberg, für Amis typisch (die brauchen das anscheinend wegen ihrer Komplexe), eindeutig Partei ergreift und sehr patriotisch und mit viel Pathos erzählt. Lächerlich einfach die Szene, in der der Panzer in letzter Sekunde von einem heldenhaft herabstoßenden Kampfflugzeug zerstört wird. Der "Feind", also der Deutsche, bleibt den gesamten Film über eine Armee von austauschbaren Robotern. Stellvertretend für alle wird nur ein einziger näher charakterisiert, nämlich der Überlebende eines Scharmützels, den unsere "Helden"als Kriegsgefangenen erschiessen wollten, der aber dank der Gutherzigkeit eines der amerikanischen Soldaten in die Freiheit entlassen und natürlich später als Gegner unserer Truppe Patrioten wieder aufder Bildfläche erscheint. Logisch ist natürlich auch, daß Spielberg genau diesen "kaltblütig" Amerikas großes Vorbild, unser aller Liebling Tom Hanks erschiessen lässt. Man könnte meinen, daß derartige Verhaltensweisen in Anbetracht der Extremsituation eines Krieges überlebenswichtig sind, aber das lässt der Ami nicht gelten, der ist ja in jeder Situation äußerst ehrenhaft und verrät nie seine großen Ideale. So ist es auch nur gut und recht, daß der böse Deutsche von dem Mann, nun geleutert und erkennend für was für ein mieses Charakterschwein er sich dort eingesetzt hat, gerichtet wird, der ihn einst rettete.