Review

Von der Brutalität, der realistischen Darstellung der Gewalt und der Waffenwirkung her gesehen, ein außergewöhnlicher Film, gewiss. Ich weiß keinen zweiten Film, der derart beeindruckend vor Augen führt, wie es sich anfühlen mag, unter dem vernichtenden Feuer von Schnellfeuerwaffen seinen Job tun zu müssen. Soweit habe ich an diesem Werk wirklich nichts auszusetzen.

Was mir allerdings missfällt, ist der allgegenwärtige Sternenbannerschwenk Hollywoods. So realistisch der Schrecken des Krieges gezeigt wird, so unrealistisch sind die Handlungen der Akteure und das Plot des Films. Als hätte die US-Armee in einer Zeit, in der die halbe Welt in Rauch und Trümmer versinkt, Zeit und Muße gehabt, das Leben einer ganzen Gruppe von Soldaten leichtfertig auf's Spiel zu setzen, um das Leben eines Privates (Gefreiten) zu retten. Hollywood pur!

Auch die Darstellung der Deutschen - wenn auch nicht derart bescheuert und dreist wie in Machwerken à la U-571 - ist nicht besonders gelungen, um das mal euphemistisch auszudrücken. Gesichtslose Gesellen und undankbare Krautfresser tummeln sich da über den Screen, bestenfalls dazu da, "Panzerfaust" zu brüllen und wie die Karnickel erschossen zu werden. Also ohne auch nur den Hauch lächerlicher nationalistischer Ambitionen aufkeimen zu lassen (da wäre ich einer der letzten); aber 13 oder 14 vollgemampfte Amerikaner, die einer kompletten Waffen-SS Kompanie standhalten? Also, ich glaube hier war der Wunsch Vater des Gedanken! Sieht man sich die damaligen furchtbaren Geschehnisse in der Normandie unter historischen - neutralen - Gesichtspunkten an, dann sah die Bilanz einer alliierten Übermacht von ca. 10:1 selbst nach vielen Wochen noch sehr traurig aus.

Aber sei's drum. Wer Gewalt, blutgetränkte Kriegsaction und - zugegeben - bombastische Bilder haben will, bekommt genau das, was er sich erhofft. Aber eben kein bisschen mehr. Geschmackssache.
5/10 Pkt

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