Review

Der Wert eines Soldaten

„Saving Private Ryan“ darf bei den besten Kriegsfilmen aller Zeiten nie fehlen. Hier ein paar Gründe, warum ich Spielbergs WWII-Epos für ein unangefochtenes Meisterwerk halte: 

  • Tom Hanks (in Topform) als zentraler Punkt und Sympathiefigur; mit ihm kann man nie etwas falsch machen 



  • der Beginn in der Normandie ist die wohl heftigste Kriegsszene, die man je in einem Film gesehen hat, nicht nur aus Hollywood



  • das Mittendrin-Gefühl ist unfassbar



  • das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Soldaten ist jederzeit spürbar 



  • einige (nun) bekannte Gesichter in Nebenrollen, wie Vin Diesel, Bryan Cranston oder Nathan Fillion



  • spektakuläres, mutiges und verlustreiches Finale



  • eine Ode an das Leben und dieses zu nutzen 



  • moralische Fragen zum Thema Krieg und den Wert eines Menschen/Soldaten



  • bombastische Soundkulisse



  • realistischer Look



  • hohes Budget, das man jederzeit sieht 



  • extrem blutig und brutal, wie Krieg eben ist 



  • schönes Gegenstück zu „Schindlers Liste“ und vor allem Malicks „The Thin Red Line“



  • klar Hollywood, aber dreckig und unsauber genug 



  • läutete eine neue Härte und Ära in diesem geschichtsträchtigen Genre ein 



  • bis heute eigentlich nicht getoppt in vielerlei Hinsicht 



  • hätte den Oscar in seinem Jahr verdient gehabt 



  • Patriotismus übertreibt es (für mich) nicht



  • meist nicht zu einseitig bzw. „Amerikaner = Helden; Deutsche = Monster“



  • lässt den Hass und den Zufall und die Angst auf dem Schlachtfeld spürbar werden 



  • für etliche Filme Vorbild, von „Hacksaw Ridge“ bis „Dunkirk“



  • für etliche Videospiele Vorbild, von „Medal of Honor“ bis „Call of Duty“



  • Spielbergs Regie versprüht selbst im größten Kugelhagel noch eine gewisse Wärme, von seiner Eleganz und Klasse ganz zu schweigen 


  • hier war Spielberg noch auf der Höhe seiner Kunst 



  • krachender, epischer Soundtrack 



  • man will, dass Ryan/Damon überlebt 



  • man versteht irgendwann den Sinn der Mission 



  • kleine Details bleiben hängen und machen den Unterschied 



  • wirkt insgesamt sehr authentisch und echt, manchmal schmerzhaft 



  • nimmt sich Zeit für die einzelnen Figuren und sogar wunderschöne Momente/Shots zwischen all der Hölle



  • Kaminskis krönende Kamera



  • der „Rahmen“ ist passend und würdevoll



  • lässt einen die Zerbrechlichkeit und den Wert des Lebens spüren



  • lässt Tränen rollen, mehrfach 



  • füllt die fast drei Stunden nahezu langeweilelos



  • Computereffekte haben sich perfekt gehalten 



  • bleibt insgesamt im Gedächtnis, mehr als jeder andere Kriegsfilm




Und zur Vervollständigung, hier noch die wenigen Dinge, die mich etwas stören bzw. die man (wenn man sich unbedingt etwas aus den Fingern ziehen will) als „Fehler“ ankreiden könnte:
  • Patriotismus wird teilweise sehr fett gedruckt (aber der Film ist halt aus Sicht der Amis und die Deutschen waren eben, auch objektiv gesehen, die Bösen, ohne Frage)



  • auf die Szenen in der Gegenwart hätte man eventuell auch verzichten können (streitbar)



  • die Deutschen sprechen in der Originalversion zum Teil sehr schlechtes, seltsames deutsch



  • in ein paar Momenten dann doch einseitige, klischeehafte Darstellung 



  • der Beginn, die D-Day-Invasion wird nicht mehr getoppt 



  • die Brutalitäten könnte man anprangern (für mich aber wichtig und unentbehrlich)



  • keine Frauenfiguren (hier aber auch nicht nötig und nicht passend)



Fazit: unnachgiebig brutal aber gleichzeitig menschlich und typisch Spielberg - allein der D-Day-Beginn macht „Saving Private Ryan“ zu einem unvergesslichen Ereignis im Leben eines jeden Filmfreunds, eines jeden Menschen. Und Tom Hanks und seine Truppe erst... Da verdrängt man den oft doch sehr patriotischen Beigeschmack gerne. Eindringlich!

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