Mit Der Soldat James Ryan liefert Regisseur Steven Spielberg auch für mich einen der besten Antikriegsfilme ab.
Der Film beginnt damit, dass ein betagter amerikanischer Kriegsveteran mit seiner Familie den Soldatenfriedhof Normandy American Cemetery and Memorial besucht und an einem der Gräber tief bewegt niederkniet. Eine anschließende Rückblende beginnt am Tag der Invasion der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944, dem D-Day, an dem die Army-Rangers-Einheit von Captain Miller in der ersten Welle an Omaha Beach landet. In dem Gemetzel gelingt es Miller, einen Großteil seiner Männer vom Strand bis an die Deckung bietende Böschung zu führen. Dort angekommen, muss Miller feststellen, dass er der ranghöchste noch lebende Offizier an dem Strandabschnitt ist. Er formiert die versprengten Truppen, und es gelingt ihnen unter seinem Kommando, die deutschen Verteidigungsstellungen auszuschalten. Nach der Schlacht schwenkt die Kamera auf einen der tausenden Gefallenen am Strand, der den Namen „Ryan“ auf seinem Rucksack trägt. Diese Überleitung führt in die Militärverwaltung in den USA. Dort wird man auf das Schicksal der Familie Ryan aufmerksam, als festgestellt wird, dass in der Normandie zwei der Brüder Ryan, die in der US Army dienten, gefallen sind. Der dritte der Brüder war bereits eine Woche zuvor in Neuguinea im Kampf gegen die Japaner gefallen. Von den vier Brüdern ist nun James Francis Ryan der letzte, der noch am Leben ist. Aufgrund dieses großen Verlustes für die Familie entscheidet der Generalstab auf Weisung von General George C. Marshall, dass James zurück nach Hause geholt werden soll, um das Leid seiner Mutter zu lindern. Captain Miller erhält den Spezialauftrag zur Evakuierung Ryans und stellt ein achtköpfiges Einsatzteam zusammen, um ihn zu finden....
Immer noch tief erschütternd sowie beeindruckend gelingt es Spielberg zu zeigen, warum Krieg keine Alternative ist. Dabei beginnt der Film mit voller Wucht, wenn ungeschminkt und mit vollem Realismus die hässliche Fratze des Krieges gezeigt wird, in einer mit viel Handkamera Einsatz gefilmten Ladungs-Sequenz. Anschließend wird es ruhiger aber nicht weniger intensiv sowie packend, wenn der Film sich mit Fragen wie Menschlichkeit oder das befolgen von Befehlen beschäftigt.
Zudem ist der Soldat James Ryan auch bis in die kleinsten Nebenrollen hervorragend besetzt, wobei alle Schauspieler sehr gute Leistungen bieten, auch wenn nur der von Tom Hanks gespielte Charakter eine größere Hintergrund Zeichnung erfährt.
So bleibt der einzige Makel, das man gegen Ende des Filmes von dem bis dahin sehr guten ambivalenten Ton sowie dem Realismus abweicht und sich einige platte Momente eingeschlichen haben.
Dennoch gerade angesichts der derzeit politischen Weltlage, scheint ein Film wie Der Soldat James Ryan wichtiger denn je zu sein, um der Menschheit den Schrecken des Krieges wieder in Erinnerung zu rufen. 9 Punkte gibt's allemal.