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Tom Adkins (Jon Hamm) ist Polizist in einer amerikanischen Kleinstadt. Vor acht Jahren verschwand sein kleiner Sohn spurlos, seitdem macht er sich Vorwürfe und seine Ehe mit Barbara (Rhona Mitra) beginnt zunehmend unter der Situation zu leiden.

Eines Tages wird ein toter Junge, der in einer Kiste vergraben wurde, entdeckt. Einige Fundstücke bei der Leiche deuten zuerst auf Tom`s Sohn hin, das Kind ist jedoch schon viel länger tot ist.

In der Hoffnung durch seine Ermittlungen auch etwas mehr über das Schicksal seines eigenen Sohnes zu erfahren übernimmt Tom den Fall. Im Laufe der Untersuchung stößt er dabei auf das Schicksal von Matthew Wakefield (Josh Lucas) und dessen drei Söhnen. Schnell stellt sich heraus, dass der Junge in der Kiste Wakefields jüngster Sohn John ist. Wer aber hat ihn getötet? Besteht tatsächlich ein Zusammenhang zum verschwinden von Tom`s eigenem Kind?

Der Schwerpunkt von Anders Andersons Streifen „Stolen Lives“ liegt auf der Frage wie Menschen mit dem Verlust ihrer Kinder und damit verbunden auch einem Teil ihres eigenen Lebens umgehen. Menschen wie Wakefield und Tom. Auch wenn beide vordergründig nur den Verlust des Sohnes gemein haben, teilen sie doch dasselbe Schicksal unabhängig in welcher Zeit sie leben, nämlich den Umgang mit dem Verlust und wie dieser ihr weiteres Leben beeinflusst.

Drehbuchautor Glenn Taranto ist es hier gelungen, beide Handlungsstränge geschickt miteinander zu verweben und trotzdem die individuell unterschiedliche Umgehensweise beider Männer mit dem Verschwinden Ihrer Kinder aufzuzeigen. Für eine budgetmäßig nicht gerade verwöhnte Produktion wie diese ist das schon mal eine ganze Menge!

Um sich die Chance auf ein größeres Publikum nicht zu verscherzen gibt es hier zudem noch die Thriller-Komponente, die sich damit beschäftigt, wer die Kinder denn nun ermordet hat. Diese Seite der Handlung dient dazu eine Balance zwischen der nachdenklichen, dramatischen Seite der Story und einem gewissen Unterhaltungswert herzustellen. Dabei wurde mit Gefühl für den Gesamteindruck des Film auf spekulative Action-Szenen verzichtet. Trotzdem besteht eine gewisse Spannung, die über die gesamte Spielzeit gehalten werden kann.

Mit einem solchen Script im Rücken hat es ein Regisseur natürlich deutlich einfacher. Anderson, der zuvor nur einen Kurzfilm inszenierte, konnte sich auf die technischen und optischen Aspekte des Film konzentrieren, was auch gut gelang. Technisch ist sein Film fehlerfrei und auch die visuellen Mittel in der Darstellung von Vergangenheit und Gegenwart wirken insgesamt stimmig.

Getragen wird ein Film natürlich immer auch von seinen Darstellern. In diesem Fall sind diese zwar keine A-Stars, aber dennoch keine absoluten Nobodies. Namen wie Rhona Mitra, Josh Lucas und Jon Hamm hat man durchaus schon mal gehört, allerdings meistens im Zusammenhang mit wenig interessanten Filmen. Um es kurz zu machen, die Darsteller machen ihre Sache allesamt ordentlich bis gut. Rhona Mitra hat dabei die kleinste Rolle zugewiesen bekommen, spielt diese aber abseits ihrer bekannten Rollen ordentlich. Die zentralen Charaktere der Handlung, dargestellt durch Hamm und Lucas, enttäuschen zwar nicht, offenbaren aber auch Blicke auf die jeweiligen schauspielerischen Limits.

Fazit: „Stolen Lives“ ist ein kleiner, billiger Film, der es aber durch das gute Drehbuch und die solide Umsetzung zu unterhalten versteht.

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