Nein, der Playstation Zocker, der hier einen Film erwartet in dem Aya Brea eklige ANMC’s mit großkalibrigen Waffen zur strecke bringt, ist hier definitiv falsch. Aber um die Frage gleich zu klären, ja, Parasite Eve ist eine Romanverfilmung, welche auf die gleiche Vorlage wie die beiden Action-RPGs von Squaresoft zurückgreift.
Die Story in Kurzform (nicht ganz so übel wies jetzt klingen mag): Wissenschaftler verliert Frau bei Autounfall, und beginnt sie aus Zellen ihrer Leber neu zu züchten, während ihre Nieren an ein zwölfjähriges Mädchen transplantiert werden. Dann kommt raus, der Unfall war von den Mitochondrien im Körper der Frau inszeniert, diese parasitären Organismen entwickeln sich nun schon seit Anbeginn der Menschheit in uns und versuchen nun durch die Aufteilung auf zwei Körper eine neue Superrasse zu schaffen um die Menschheit zu vernichten! Respekt!
Parasite Eve möchte wohl ein Mystery Thriller sein, wobei ich arg mit mir hadere das Wort Thriller in Verbindung mit diesem Film zu benutzen, da es von vielen mit dem Wort Spannung assoziiert wird. Hier wären wir auch schon beim Hauptproblem, ich mag asiatisches Kino, aber der Film ist eine einzige Schlaftablette, Spannung kommt vielleicht ansatzweise in zwei bis drei kurzen Szenen auf. Die Story ist im Prinzip recht gut, ich kannte sie schon durch die PSOne Spiele, aber wenn man nicht darauf vorbereitet ist, mag sie arg lächerlich erscheinen. Leider gibt es auch einige riesige Logikfehler, bei denen der Zuschauer theatralisch die Augen verdrehen muss.
Positiv fallen die cleveren Kameraeinstellungen und die guten darstellerischen Leistungen auf, nur leider nützt beides wenig wenn Story und Dramaturgie auf verlorenem Posten stehen. Die erste Hälfte des Films ist noch einigermaßen erträglich, hier geht es hauptsächlich um die Trauer und den Verlust des Hauptdarstellers, sobald es dann an die Aufzucht von Eve geht, geht der Film quasi den Bach runter.
Fazit: Recht gelungen inszeniert ist Parasite Eve ja, leider ist er nie spannend und storytechnisch wurde viel Potential verschenkt. Der Film funktioniert weder als Drama, noch als Thriller und schon gar nicht als Horror. Fans der Games können ihn sich mal anschauen um die Vorgeschichte zu erfahren, alle anderen greifen zu besserem Asien Horror, von dem es mehr als genug gibt.