Hollywood? Was ist das? :-)
"Storm Riders" ist Effektekino vom Feinsten! Der Unterschied zu den Hollywood-Streifen neueren Datums besteht allerdings darin, dass hier bei aller Detailverliebtheit auch eine epische Geschichte erzählt wird, und man sich nicht allein auf die Spezialeffekte verlässt. Dem Film lag ein in Hongkong populärer Comic zugrunde, der die Geschichte zweier Kämpfer, Wind und Wolke, erzählt. So weit ich das beurteilen kann, wurde bei der Umsetzung auf die Leinwand ganze Arbeit geleistet. Ständig sieht man irgend etwas, was man ansonsten nur aus Animes oder japanischen Videospielen kennt: Die Akteure bekämpfen sich über dem Boden, es fliegen hunderte von Fäusten durch die Luft, oder die "Dragonball"-typischen Energiekugeln, die der "Eroberer" benutzt. Dazu kommen typische Hongkong Elemente, wie man sie aus den alten Shaw-Brothers-Filmen kennt. Schüler lehnen sich gegen ihren größenwahnsinnigen Meister auf, man gilt als unbesiegbar, wenn man die größten Schwertmeister besiegt hat, und es ist ein großes Vergehen, jemanden als "schlechten Kämpfer" zu bezeichnen ;-)
Die Computereffekte, die einen großen Teil des Films bestimmen, sehen zwar im Vergleich zu einigen westlichen Werken etwas minderwertig aus, sind aber mit viel Liebe gemacht. Das komplett computeranimierte Feuerbiest z.B. wirkt im Gegensatz zu anderen (Hollywood-)Wesen aus dem Rechner (denken wir hier nur an einen bestimmten Gunganer aus dem Prequel einer bekannten Sci-Fi-Saga)lebendig und bedrohlich. Man ist mit diesem Film den richtigen Weg gegangen: Nicht die Effekte sollen im Vordergrund stehen, sondern die Geschichte, die erzählt wird! Effekte sollten immer nur dazu da sein, eine Geschichte voranzutreiben, und sich ihr unterzuordnen. Ohne Computer wäre der Film nicht machbar gewesen, und man hätte höchstens einen Anime aus dem Material machen können. So hielt man sich jedoch weitestgehend zurück, und machte nicht den selben Fehler, wie George Lucas. Man hat nicht Effekte eingebaut, nur weil sie machbar sind, sondern weil sie eben nötig waren.
Abgesehen davon zieht einen die tragische Geschichte um "Wind" und "Wolke" sofort in ihren Bann. Die Figuren sind hervorragend besetzt, und man fiebert richtig mit, wenn sie nach und nach die ganze Wahrheit um ihre Bestimmung herausfinden, und sich schließlich gegen ihren Lehrmeister stellen.
Auch die musikalische Untermalung ist bestens gelungen. Stellenweise romantisch, dann aber wieder pompös und kriegerisch zeigt sich der Score von seiner besten Seite. Hier muss ich auch Kollege Outlaw zustimmen: Es ist eine Wohltat, bei Kampfszenen nicht sofort Hip-Hop vorgesetzt zu bekommen ;-)
Ich ärgere mich heute noch, dass ich ihn mir damals beim Fantasy Filmfest nicht auf der großen Leinwand angesehen habe!
Ein wundervoller Film, den man sich als Fan von Fantasy- und Hongkong-Filmen nicht entgehen lassen sollte... allerdings nur in der ungekürzten Fassung ansehen! Da die alte deutsche Fassung stark gestrafft war, war es teilweise unmöglich noch der verzweigten Story zu folgen.
Leider ist die Synchro (wie bei HK-Filmen üblich) etwas misslungen, man kann aber damit leben. Vorzugsweise sollte man sich den Film aber im Original mit Untertiteln ansehen.