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Gerade noch rechtzeitig zum vierzigjährigen Jubiläum folgt die dritte nennenswerte Realverfilmung zu Scooby Doo.
Die Mystery Inc. um die etwas trottelige deutsche Dogge führt uns ganz tief zu seinen Wurzeln zurück, nämlich in die Zeit, als sich die vier Schulkollegen Shaggy, Fred, Daphne und Velma noch nicht als Freunde bezeichneten und man gerade frisch auf den Hund kam.
Entsprechend fällt das Abenteuer auch nicht ansatzweise so bunt aus, wie es bei den Kinofilmen mit Sarah Michelle Gellar der Fall war, dafür aber in seiner Schlichtheit ein wenig charmanter.

In diesem Fall müssen die Fünf das Rätsel um drei Geister lösen, die ihre Schule in Coolsville unsicher machen und sogar ein Sportfest sabotieren.
Irgendjemand hat es auf eine ominöse Zeitkapsel unter dem Schulgelände abgesehen und je näher die Nachforschungen der Schüler dem Geheimnis des Dämons hinter Maske kommen, umso prekärer gestaltet sich das weitere Vorgehen…

Alle fahren sie im selben Schulbus: Shaggy wird jeden Morgen im Gang ein Bein gestellt, Velma versucht sich an neuen physikalischen Projekten, während Football-Star Freddy und Tochter reicher Eltern Daphne zunächst kaum auffallen.
Als die vier vom Direktor zum gemeinsamen Nachsitzen verdonnert werden, raufen sie sich trotz aller gegenseitiger Vorurteile zusammen.

Scooby Doo wird hingegen überaus humorvoll eingeführt, als er auf einer Versteigerung zunächst seine neue Familie findet und letztlich doch wieder im Käfig landet.
Dieser fällt kurz darauf vom Transporter und Scooby passiert den Friedhof, auf dem sich die Geister in die Lüfte bewegen, die später die Schule unsicher machen werden.
Auf seiner Flucht landet er bei Shaggy, der den lieben Hund sogleich in sein Herz schließt.

Herrlich, wie man einen sprechenden Hund als gegebene Tatsache zu keiner Zeit hinterfragt und ihn zwischenzeitlich vermenschlicht, ohne die Wurzeln des Tieres außer Acht zu lassen. Die mit Abstand witzigste Szene ist, als sich Scooby als Hip-Hop-Schüler im Bus tummelt und die Körpersprache entsprechend ausfällt.
Ansonsten bleibt der Hund leider viel zu häufig im Hintergrund und bekommt vergleichsweise wenig Screentime, während man sich stark auf die vier anderen Persönlichkeiten konzentriert. Daraus resultieren immerhin Werte wie Freundschaft, der Abbau von Vorurteilen und Zusammenhalt.

Irgendwelche Erfindungen, spezielle Waffen oder Apparaturen kommen noch nicht zum Einsatz, dafür versucht man mit nahe liegenden Methoden dem Spuk auf die Schliche zu kommen.
Man verfolgt zwei Verdächtige, spielt den Geistern einen Schabernack und entdeckt in der Garage von Daphnes Eltern den Van, der später zur bekannten Mystery Machine umgestaltet werden wird. Interessant ist bei alledem, wie sich bereits spätere Beziehungsgeflechte andeuten, Velma von Shaggy umgarnt wird, die eher Augen für Freddy hat, der wiederum eher bei Daphne landet.

Der Fall an sich ist eher etwas für das jüngere Publikum, auch wenn die CGI-Geister leichten Schrecken verbreiten könnten. Wie so oft ist die Erklärung rational, man will mit dem Spuk von der eigentlichen Tat ablenken und tritt am Ende in die Grube, die man anderen gegraben hat. Erwachsene werden den Täter recht schnell ausgemacht haben, während Kindern durchaus Anlass zum Rätseln geliefert wird.

Da es sich um eine reine Fernsehproduktion handelt, fällt die Inszenierung entsprechend schlicht aus, obgleich die Ausstattung keine Wünsche offen lässt und auch die jungen unbekannten Mimen passabel agieren.
So etwas wie „Scooby Doo – The Beginning“ hätte zwar durchaus etwas mehr Witz und eine abwechslungsreichere Geschichte vertragen, dafür ist es mal interessant zu sehen, wie sich die fünf Freunde finden und mit diversen Klischees jonglieren.
Fans der frühen Zeichentrickserie könnte das eventuell stärker ansprechen als den Durchschnittszuschauer, der einen kurzweiligen, aber in der Summe doch leicht austauschbaren Streifen erhält.
6 von 10

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