„Route 666“ entpuppt sich als ziemlich mauer Horrortrip auf einem verlassenen Highway in der Wüste.
Der geflohene Kronzeuge Rabbit (Steven Williams) will es sich gerade in einer Kneipe am Arsch der Welt gut gehen lassen, als ihn die US Marshalls Jack La Roca (Lou Diamond Phillips) und Steph (Lori Petty) dort aufspüren. Allerdings haben auch die Leute gegen die er aussagen soll, von seinem Aufenthaltsort Wind bekommen, weshalb die drei zusammen mit vier weiteren Marshalls nach einem kleinen Feuergefecht die Flucht antreten. Warum ist eigentlich unklar, denn bis auf einen Gangster haben die Gesetzeshüter alle Fieslinge erledigt, so dass es schon hier derbe an Logik mangelt.
Man fährt durch die Wüste um noch rechtzeitig mit Rabbit zum Prozess zu kommen. Bei der Fahrt über die Route 66 entdeckt die kleine Truppe ein verlassenes und abgesperrtes Teilstück namens Route 666, an dem jede Menge Warnschilder angebracht sind, es nicht zu befahren. Doch es scheint eine Abkürzung zu sein, also schießt man kurzerhand das Schloss weg und befährt den Highway. Also sind die Horrorfiguren auch im Jahre 2001 nicht klüger als die in den Jahren davor.
Auch eine nachträgliche Warnung durch das örtliche Sheriff Department schlagen Jack und seine Truppe aus und machen sich auf den Weg durch die Pampa. Sie werden von dem verbliebenen Gangster aufgespürt, doch dessen Überfall setzt einen viel schlimmeren Schrecken frei: Vier Untote Sträflinge, die auf dem Highway spuken, wollen der kleinen Gruppe ans Leder...
Die Story von „Route 666“ ist an sich gar nicht mal schlecht von der Idee her und auch der Hintergrund des Sträflingsspuks ist recht gut erdacht. Die Atmosphäre der Wüste geht auch in Ordnung, nur leider versteht die Story es einfach nicht Spannung aufzubauen. Die obligatorische Verbindung zwischen den Geistern und einem der Gejagten darf natürlich nicht fehlen, aber irgendwie ahnt jeder die damit verbundenen Wendungen der Story schon voraus. Zudem tritt das mörderische Zombiegesocks einfach zu wenig auf, um schweißtreibende Hetzjagden oder ähnliches zustande zu bringen.
Die meiste Zeit konzentriert sich der Film also auf seine menschlichen Figuren und die haben wenig zu vermelden. Drei der Marshall sind eh nur als Kanonenfutter dabei und auch ansonsten sind die verschiedenen Beziehungen und Rivalitäten innerhalb der Truppe von wenig Interesse, was leider über einige Strecken recht langweilig ist. Erst gegen Ende kommt „Route 666“ dann auf ein angenehm hohes Tempo, während die meiste Zeit über an sich nur zwei Dinge wirklich positiv auffallen: Die Atmosphäre der verlassenen Wüste sowie die lustigen Sprüche von dem überdrehten Rabbit (zumindest im O-Ton).
Die Untoten sehen von den Masken her ganz OK aus, treten aber viel zu wenig auf. Meist fallen ihre Auftritte zum einen sehr kurz aus, zum anderen schwenkt die Kamera in diesen Szenen meist so hektisch durch die Gegend wie ein Karnickel auf der Flucht. Vor allem der Showdown fällt enttäuschend simpel, kurz und unspektakulär aus. Die wenigen Mordszenen sind etwas blutig, aber kaum 18er würdig; da ist die britische Fassung mit BBFC 15 sinnvoller eingestuft, die Schnitte in der deutschen FSK 18 Fassung ein Witz. Die Effekte sind einigermaßen gut gemacht, aber nicht besonders spektakulär.
Lou Diamond Phillips spielt die Hauptrolle recht überzeugend, während Lori Petty nur ganz OK auftritt. Steven Williams spielt ziemlich gut, während die meisten anderen Darsteller einfach nur Routinearbeit leisten.
„Route 666“ ist eher misslungener Versuch eines Highwayhorrorfilms, wenn auch noch kein Totalausfall.