Wenn kurze Shorts und knappe Tops zur Wanderausrüstung ansehnlicher Studentinnen gehören, weiß der Genrefreund sogleich, worauf er sich für knappe 78 Minuten einlässt.
Ein weiterer Backwood-Slasher reichert den Bereich um degenerierte Hinterwäldler an, die in diesem Fall in einem Sumpfgebiet in Georgia hausen und Menschenfleisch als Nahrung bevorzugen, - da kommt ihnen eine Gruppe von Biologiestudenten gerade recht.
Bei der knappen Laufzeit ist es allerdings bedauerlich, dass nur Heldin Dana und ihr Tutor Curt ein wenig Charaktertiefe erhalten, während die übrigen Pappnasen mit Klischees vom Bömbeln und Zusammenkommen beschäftigt sind.
Eine der vielen Vorhersehbarkeiten ist, neben Enthüllung fadenscheiniger Twists, dass Danas Freund, seines Zeichens ein Stinkstiefel vor dem Herrn, später mit Sicherheit ins Geschehen eingreifen wird und damit bestimmt nicht sonderlich erfolgreich sein dürfte.
Ansonsten ist es um die Truppe im Sumpfgebiet nicht gut bestellt, denn man findet einen toten Alligator, trifft einen zweifelhaften Waldhüter und hat von Flora und Fauna rein gar keine Ahnung, - so ist das eben mit den Studenten aus der Stadt.
Immerhin macht Dana eine Wandlung von der zurückhaltenden Kuschmaus zur toughen Kriegerin durch, was zumindest für die letzten Minuten ein wenig Freude aufkommen lässt.
Bis dahin vergeht einige Zeit mit inhaltslosem Geplänkel und als der erste einen Enterhaken in die Kauleiste bekommt, wird zumindest schon mal klar gemacht, dass hier kaum oder gar nicht geschnitten sein dürfte, gerade weil im Verlauf noch abgetrennte Köpfe, einige Ekelszenen mit „Essen“, sowie das Abtrennen eines Armes und eine Körperteilung vorhanden sind. Was die Splattereffekte betrifft, so geht die Qualität voll in Ordnung. Übel sieht es hingegen mit den zwei CGI aus, da gibt es besonders gegen Ende eine lächerliche Szene, die man mit etwas Pyrotechnik durchaus besser hätte hinbekommen können.
Über die Darsteller kann man sich kaum beklagen. Ihnen wird die meiste Zeit über Natürlichkeit abverlangt, was für die potenziellen Opfer kein Problem ist. Auch die Rednecks werden glaubhaft verkörpert, wenn auch die brauchbaren Make-up Effekte ihr Übriges beitragen und phasenweise ein wenig Overacting betrieben wird.
Dazu punktet teilweise die Sumpfkulisse, lediglich der Score könnte atmosphärische Momente etwas gezielter unterstützen.
Insgesamt hält sich die Spannung bis zum Showdown arg in Grenzen, gerade weil die Übermacht der Hinterwäldler erdrückend scheint und im Wald zahlreiche Fallen wie Netze oder Fangeisen ausgelegt sind. Vor dem Finale kommt das übliche in Ketten legen und ein wenig TCM kommt auch durch, bevor es für die letzten Minuten ein wenig temporeicher vonstatten geht und man endlich etwas erfinderischer zu Werke geht.
Das rettet den durchschnittlichen Eindruck hingegen kaum. Für das sichtlich geringe Budget ist die Ausstattung in Ordnung und gute Ansätze sind auch innerhalb der Kameraarbeit zu finden. Die Innovation des Skripts tendiert demgegenüber gegen Null, man hat fast alle Verlaufsmuster und Abläufe mindestens ein Dutzend Mal variiert gesehen, - oftmals mitreißender, fieser und dreckiger.
Dieser ist sehbar und aufgrund der kurzen Laufzeit nebenher mitzunehmen, mehr ist allerdings nicht drin.
5 von 10