Ein Detective erzählt von den blutigen Ereignissen, von einem blutigen Oktober und was sich genau an jenem 15. des Monats ereignete. Eine junge Frau, genauer gesagt eine Mörderin, kommt in eine Klinik, fünf Jahre später wieder heraus und hinterlässt, sichtlich schlecht gelaunt und verwirrt von soviel Freiheit (sie trägt das Drehbuch quasi im Gesicht), nicht nur bei ihrer Familie Zweifel an ihrer Zurechnungsfähigkeit. Bei dieser Grundidee, Mörderin wird voraussichtlich rückfällig und mordet dann weiter könnte man noch eine Verwandtschaft zu William Castles "Strait Jacket" annehmen, wäre dieser lupenreine Z-graduierte Streifen nicht von Exploitationfilmerin Doris Wishman ("Teuflische Brüste"). Da ist das nächste, der schön über die gesamte Laufzeit verteilten Blutbäder nicht weit, die nächste leichbekleidete Darstellerin (darunter beiläufig Samantha Fox) auch nicht. Wen interessieren da noch Details zur Alibistory, die um die immens vielen Metzelszenen drumherumdrapiert ist, aus genretypischen Versatzstücken zusammengeklaubt und mit viel Kunstblut versetzt. Multitalent Wishman beweist mit ihrer Personalunion für Regie, Schnitt und Buch, dass sie Mainstreamproduktionen mit solch amateurhaftem Schund tollkühn den Stinkefinger zeigt und versucht nicht einmal im Ansatz, etwas Ordnung in dieses formaltechnische Chaos zu bringen. Unter Missachtung so ziemlich aller gängigen Filmregeln präsentiert sie hier ein weiteres technisch unter aller Sau umgesetztes Filmchen, für den Zuschauer heißt das: voll gestopft mit Überraschungen. Nicht unbedingt gewollte, sondern eine hanebüchene Aneinanderreihung von Bild und Ton mit abrupten, oftmals kaum noch nachvollziehbaren Schnitten, dass man aus dem Staunen kaum noch herauskommt. Eine sleazige Liebesszene wird plötzlich zu einer von mehreren Köpfungssequenzen, dann wieder ein Blick auf die Wohnungseinrichtung (wie gewohnt anscheinend bei Frau Wishmann höchstpersönlich gedreht), während der Sound auch stets wirr zwischen loungig und pseudospannend dazu geliefert wird, auch mal ungeachtet dessen, was eigentlich gerade gespielt wird. Sicher ist es auch dem Umstand zu verdanken, dass einige Szenen nachgedreht wurden, da manches Filmmaterial zwischenzeitlich verschwand, doch kann das nicht der einzige Grund dafür sein, dass dieser hochamüsante Schlock weder ein Drehbuch noch eine Postproduktion zu kennen scheint. Hobbydarsteller, die genau so dialog- wie interesselos durch die Kulissen taumeln perfektionieren diesen genialen Hypermüll, wie er im Buche steht, um zu einem Zusammenhang zu gelangen bedient man sich eines dramatisierenden Voice Overs, das spart bekanntlich die Synchro. Der geneigte Trashfan ist derweil schon längst vor Lachen zusammengebrochen, denn all dies dient selbstverständlich nur dazu, eine ganze Palette an Gore- und Splatterszenen irgendwie unterzubringen und glaubt man mal, einen Zombie aus dem Meer aufsteigen zu sehen, dann gibt es dazu entspannend Easy Listening auf die Ohren. Als Sahnehäubchen strippt dann auch noch die Killerin, na ja ein bisschen, billiger und gleichzeitig kultverdächtiger kann man solch eine Goretrashgranate wohl kaum abkurbeln. Wer glaubt, Ed Wood war der mieseste Genrefilmer aller Zeiten, wird hier eines Besseren belehrt, Mainstreamfans bekommen die Breitseite an cineastischer Folter geboten, Trashfans eine wahre Fundgrube des schlechten Geschmacks.
Fazit: Wie kann eine Kamera nur so oft den falschen Ausschnitt wählen? Wenigstens bei den vielen Blutszenen hält sie immer fein drauf, dass unter anderem die kruden bis peinlichen Effekte dieses blutdurchtränkten Edelschundes für ein ausgenommenes Vergnügen sorgen. 7/10 Punkten