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Leider gilt mittlerweile folgende traurige Faustregel: Je ambitionierter und künstlerischer sich ein deutscher Independentfilm gibt, dest mehr bleibt der Unterhaltungswert auf der Strecke. Weil dieses zugegebenermaßen schön fotografierte Drei-Personen-Stück sich wie Kaugummi unter der Schuhsohle zieht, macht sich schnell Langeweile breit und man kommt nicht drum rum, an vielen Stellen vorzuspulen. Von Suspense oder Terror kann kaum die Rede sein, zumal der narkotisierte "Thriller" an der erkalteten Beziehung des Pärchens viel mehr interessiert zu sein scheint als an jeglichem Spannungsaufbau. Erst nach knapp einer Stunde ereignet sich endlich was, als es eigentlich schon zu spät ist. Dann kommt immerhin der smarte Kniff mit dem Missverständnis und dem Misstrauen, aber das macht den Braten nicht mehr fett. Festivalpreise besagen heute offenbar nichts mehr, darum beeindrucken die mich auch nicht.