Cliffhanger trifft auf Wrong Turn…24.12.2010
So sind sie halt, die Franzosen…nehmen einfach ein paar Bausteine aus dem einen oder anderen Film und basteln daraus mit typisch französischer Derbheit, die Bluteffekte betreffend, einen hochspannenden Reißer. Hier sind es fünf junge Menschen, die in Kroatien einfach nur einen Klettersteig gehen wollen, an einem schönen Sommertag, nichts Böses ahnend. Und wenn man schon mal vor Ort ist, läßt man sich auch nicht davon abhalten, daß der Klettersteig gesperrt und das Einstiegsseil abmontiert ist. Der Anführer hat das zwar gewußt – „The Descent“ läßt grüßen – aber so als kerniger Kerl macht ein wenig Freikletterei nichts aus…und alle anderen müssen mit.
So gibt es die eine oder andere unangenehme Situation zu überstehen, doch richtig unschön wird es erst, als man mittels einer Bärenfalle feststellt, daß man in den Bergen nicht alleine ist – und der dort lebende Einsiedler auf Beutezug ist…da wechselt die Regie kurzerhand das Genre, allerdings mit der für den französischen Horrorfilm üblichen Kompromißlosigkeit, insbesondere die fünf jungen Menschen betreffend…und das macht diesen Film dann doch zu etwas besonderem, denn die zweite Hälfte ist tatsächlich eine Kopie von all den Streifen, die sich ab dem Jahr 2003 mit der Situation „Mensch meets Minderheit“ befaßt haben, seien es nun „Wrong Turn“, „Wolf Creek“, „Storm Warning“ oder „Turistas“.
Und hier wie dort verhalten sich die Protagonisten angesichts einer Extremsituation dämlich, es kommt natürlich mehrfach nicht zum finalen Todesstreich gegenüber dem übelwollenden Einsiedler…statt dessen Gekreisch, halbgares Davonlaufen, man möchte dergleichen einfach nicht sehen. Aber dennoch, das ist Jammern auf hohem Niveau, denn der Film möchte weder erklären noch ausschweifen, er konzentriert sich innerhalb seiner kurzen Laufzeit ganz und gar auf den einen üblen Tag im leben einiger Klettersteiggeher. Darstellerisch gibt es nichts auszusetzen, tricktechnisch auch nicht, lediglich die wackelnde Kamera ist beim einen öder anderen Gefecht ebenso störend wie schnelle Schwenks und Schnitte. Ansonsten: alles richtig gemacht und mehr als seltsam eine FSK 16 kassiert…da hat man bei einer FSK 18 schön mildere Szenen gesehen…tja, so ist sie halt, die deutsche Zensur- und Einstufungsbehörde…8/10.