Zwei erfahrene Bergsteiger nehmen drei ihrer Freunde mit auf eine Klettertour in Kroatien. Dummerweise ignorieren sie die Warnhinweise, die besagen, dass der Kletterpfad, den die Gruppe nehmen möchte, nicht mehr benutzt werden darf. Nach einer anstrengenden Kletterei erreicht die Gruppe eine Hängebrücke, die erst einen stabilen Eindruck macht, dann aber doch den Geist aufgibt. Der Fluchtweg und somit die einzige Chance zurück ist grade in eine tiefe Schlucht gefallen und somit bleibt der Gruppe nur noch eins, höher zu klettern. Doch oben auf dem Gipfel lauert schon das Grauen.
High Lane ist mal wieder ein schönes Stückchen Horror aus dem Land von Asterix und Obelix. Der beste Teil des Films ist allerdings jener der wie ein Luis Trenker Remake wirkt. Denn was zu Beginn an Aufnahmen und Aktionen aufgefahren wird ist schlichtweg sensationell. Da gibts eigentlich nur ein Häufchen Urlauber, die einen Berg hochkraxeln, einige schöne Alpenpanoramen werden eingestreut, klingt jetzt alles nicht sonderlich spektakulär, ist es aber dank der guten Kamera. Selbst beim Zuschauer dürfte bei diesen Aufnahmen auf dem Sofa ein mittelschweres Schwindelgefühl einstellen und ich ziehe meinen Hut und verbeuge mich ehrfurchtsvoll vor den Darstellern, die sich wirklich durch diese luftigen Höhen schauspielern mußten. Auch die Überquerung der schmalen Hängebrücke wäre in Vertical Limit oder Cliffhanger auch hervorragend aufgefallen.
Zugegeben nach der Kletterpartie gehts in gewohnten Backwood Bahnen weiter, aber das durchaus auch nicht unspannend, wenn auch die Kamera wenig Optikfreundliche Wackelambitionen zeigt. Von einem Killer ist zunächst weit und breit nichts zu sehen, bis eine Bärenfalle zuschlägt und der Bergführer der Truppe ins Unterholz geschleift wird, ein weiteres Mitglied der Seilschaft landet in einer Fallgrube, das hat durchaus Spannung und auch der Showdown mit dem verwachsenem Eremit (der angeblich seit seinem fünften Lebensjahr da oben allein überlebt) ist ganz ordentlich gelungen.
Dazu sorgen noch Eifersüchteleien innerhalb der Gruppe zwischen aktuellem und verflossenen Lover der hysterischen Zippe mit dem tiefen Ausschnitt für einige fiese und unerwartete Kabeleien der Überlebenden. Der Härtegrad ist für FSK 16 Verhältnisse ziemlich rüde und bietet einige physische Grausamkeiten. Nur was die ständigen immergleichen Flashbacks des final Girls zu bedeuten haben, ist mir nicht ganz klar geworden, aber nach dem dritten Mal gelang es mir sie erfolgreich zu ignorieren. Ohne jetzt High Lane zu sehr über den grünen Klee loben zu wollen, aber 45 Minuten eine glatte 10.0 und für den Rest solide 6, dazu noch ein beklemmendes unhappy Ending ergibt sehr gute 8/10