kurz angerissen*
Korrupte Bürgermeister, betrunkene Veteranen, Kartenspielbetrügereien, Milchbestellung an der Bar mitsamt höhnischem Gelächter, Schüsse vor die Sohlen und die klassische Konfrontation des einsamen Prinzipienreiters mit dem korrupten Klüngel – „Der große Bluff“ bleibt nah an den Regeln des Kleinstadtwesterns, um sie humoristisch zu brechen. George Marshall unternimmt keine größeren Bemühungen, ein slapstickhaftes Äußeres zu bewirken, sondern lässt einfach die Dynamik einer übermütigen Saloongesellschaft wirken und auf natürlichem Weg in Komödie auslaufen. Das kommt einem James Stewart natürlich entgegen, der mit nüchterner Nonchalance in das Nest einfällt und unbeeindruckt sein Ding durchzieht; aber auch einer Marlene Dietrich, die den Film mit knackigen Ohrwürmern und einer Kumpelaura teils zur frivolen Nummernrevue macht.
Grundsätzlich könnte man sich den Plot auch als Drama vorstellen, da insbesondere zu Beginn viel Tragik und Unrecht geschieht und die Charaktere durchaus komplex geschrieben sind, doch gerade das lässt den Witz in vielen Momenten so treffsicher erscheinen.
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