Der überarbeitete Hotelier Paul (François Cluzet) entwickelt eine krankhafte Eifersucht gegenüber seiner anmutigen Frau Nelly (Emmanuelle Béart), die sich bis zur Paranoia steigert. Vergeblich versucht Nelly, seinen wuchernden Hirngespinsten mit Unbefangenheit und Zutrauen entgegenzuarbeiten…
Mit einem präzisen Bildkonzept, das zunehmend an flirrende Fieberträume erinnert, schildert Claude Chabrol die gespenstische Einnistung von Wahnvorstellungen in die Wahrnehmung des getriebenen Paul, der manisch auf der Suche nach Belegen für ein unbestimmtes Entfremdungsgefühl ist, das sich jeder Konkretisierung entziehen will. Raffiniert versteht es Chabrol dabei, die Mechanismen der Selbsterfüllung, die argwöhnische Unterstellungen in Gang setzen, gleichermaßen an Opfer wie Täter herauszuarbeiten: Während Pauls Vorwürfe Nelly tatsächlich von ihm weg in die Nähe anderer Menschen treiben, wird er selbst durch seine Schnüffeleien zum ständig abwesenden Sorgenkind. Das einmalige Ende treibt die Unsicherheiten und Beklemmungen eines verloren gegangenen Realitätssinns eindrucksvoll auf die Spitze. Nur hätte Chabrol die umständliche Irrfahrt vielleicht besser auf Kurs halten können, wenn er sich doch getraut hätte, aus der Fülle an oftmals redundanten Geschehnissen beherzter auszulesen.