Review

Auch in Island gibt es zurückgebliebene Hinterwäldler, oh ja! Da schaust du, gell! Die wohnen da auf stillgelegten Ölbohrinseln und machen jagt auf ahnungslose Touristen, da im Meer der Walfang verboten wurde. Ein besoffener Franzose, eine Gruppe Japaner und zwei Blondinen müssen dran glauben…

Ein klares „Ja!“ zur Initiative „Mehr Filme mit abgefahren Titeln“! THE REYKJAVIK WHALE WATCHING MASSACRE – das muss man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen!
So spektakulär und unkonventionell der Titel klingt, so schnell entpuppt sich der dahinter stehende Film als schnöder Slasher nach Schema F. Wieder einmal schaffen es zehn Leute nicht drei Bösewichte zu überwältigen. Da hat man als normaler Mensch eben keine Chance gegen die Superkräfte dieser Filmpsychopathen. Nach den Regeln eines Slashers dürfen die Killer höchstens KO geschlagen werden, werden dann bewusstlos am Boden liegend nicht entwaffnet und kommen in den ungünstigen Momenten wieder zu Bewusstsein. Solcher Scheiß und ähnliches laufen hier ab.

Was den Streifen dann doch so ein bisschen speziell macht, sind das Auftauchen von Gunnar Hansen (er mimte den „Leatherface“ im ersten Teil des Kettensägen-Massakers) in einer Nebenrolle und die bloße Tatsache, dass es sich um ein Isländisches Erzeugnis handelt. Export dieser Art stellt definitiv eine Besonderheit dar.
Auch in den Tötungsinstrumenten wird etwas Kreativität bewiesen. So bekommen wir u.a. eine Leuchtkerze im Auge und gleich zweimal den Tod per Harpune geboten.
Der Gore ist teils ganz brauchbar, teils ziemlicher Müll und ist dennoch neben der tristen, düsteren Grundstimmung und einem Vergewaltigungsopfer, das Björks „It’s Oh So Quiet“ zum Besten gibt, das, was den Film wenigstens einigermaßen sehenswert macht.

„Sie sind hart im nehmen. Sind Sie ein harter Typ?“ – „Wie Rammstein?“

RWWM muss unterm Strich leider doch als gänzlich dröges Unterfangen abgetan werden. Zu wenig Innovation in Sachen Story und Gore, zu wenig Spannung und Atmosphäre. Die bloße Verlegung der typischen Slasherhandlung aufs offene Meer hinaus ist zwar durchaus interessant, reicht aber bei weitem nicht aus um bei der Stange zu halten. Und das obwohl es am Ende tatsächlich Wale zu sehen gibt.


Whale Watching: (+)(+)(-)(-)(-)
Massacre: (+)(-)(-)(-)(-)
Durchschnittlichkeit: (+)(+)(+)(+)(-)

„Nein! Das können Sie nicht machen! Ich bin ein Naturfreund!“ – „Das kannst du meiner Axt erzählen!“


Fazit:
Ein klares „Ja!“ zur Initiative „Mehr Filme mit abgefahren Titeln“! Ein klares „Nein!“ allerdings zu Filmen mit geilen Titeln, die ihr gegebenes Versprechen nicht einhalten!
REYKJAVIK WHALE WATCHING MASSACRE bleibt leider weit hinter den durch den Titel und das fesche Cover-Artwork initiierten Erwartungen zurück und überzeugt nur wenig. Als Slasher, der auf dem Meer spielt, aber durchaus eine kleine Abwechslung und somit nicht als komplett untauglich einzustufen.

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