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Es ist Halloween und eine Gruppe junger Leute wollen eine Party im Wald veranstalten. Alkohol, Drogen und Sex stehen auf dem Programm. Teenhorror der bekannten art - Es sind die Triebhaftesten, die zuerst den Löffel abgeben. Soweit ist es aber noch nicht. Zuerst muss ein Waldarbeiter noch den lebenden Tod befreien, indem er einen Sarg freilegt, den er lieber in feuchter Walderde hätte belassen sollen. Der Zombie, den er da ausgebuddelt hat, zeigt sich wenig dankbar und beißt den Waldarbeiter ein gutes Stück Fleisch aus dem Hals. Zombiefans kennen das Prozedere: Die Angefressenen werden selbst zu Zombies und rasch steigt ihre Anzahl. So dauert es dann nicht lange und ein ganzes Rudel dieser Untoten trotten durch den Herbstwald und sollen sich als wahre Partymuffel erweisen. Die Party weicht schnell den blanken Horror und die Teens flüchten in eine leerstehenden Waldhütte in der sie sich verbarrikadieren. Wer „Night of the Living Dead" gesehen hat, kennt das tragische Ende. Nun - hier soll das Ende im wahrsten Sinne des Wortes doppelt tragisch sein.

Berufszombie Bill Hinzman, 1968 in George A. Romeros Zombieklassiker „Night of the Living Dead", der Friedhofszombie, erschuf hier seinen eigenen Zobiefilm, in dem er sowohl als Regisseur, Produzent, Drehbuchautor und Oberzombie fungierte. „Flesh Eater", der gar nicht erst den Versuch startet professionell zu erscheinen, ist dann auch ein Film, der sich direkt an „Night of the Living Dead" anlehnt und fast eine art freies Remake zu sein scheint. Mehr noch ist er aber eine Persiflage, nicht nur auf „Night of the Living Dead", sondern auch auf Teenieslasher a la „Halloween" oder „Freitag der 13.", denn ernst ist der Film nie. Die skurrile Komik wirkt dann auch nie unfreiwillig.
Den Film sieht man jederzeit an, dass es sich um eine Low-Budget Produktion handelt. Man sieht den Film aber auch an, dass sich alle Beteiligten wirklich rein gehangen haben. Die Darsteller, die sicher nicht alle Profis waren, haben doch überwiegend eine akzeptable Leistung geboten, manche bewiesen sogar eine echte komödiantische Ader. Bill Hinzman mit seiner überzeichnet grotesken Zombiedarstellung muss man hier ganz zuerst nennen. Die Maske der Zombies war dagegen etwas einfallslos mit gebleichten Gesichtern. Mehr widmete man sich den überaus zahlreichen Gore- und Splatterszenen, die durchweg gut gelungen waren und ihre Wirkung nicht verfehlten.
„Flesh Eater" ist ein Film, den ich jedem ans Herz legen kann, der sich gerne mal einen trashigen Horrorfilm ansieht. Die Special Effects sind gut gelungen und schauspielerisch habe ich bei kommerzielleren Filmen schon weit schlimmeres gesehen. Wer allerdings wert auf perfekter Kinounterhaltung legt, sollte sich einen anderen Film ansehen.

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