Madison Walker (Sarah Roemer) ist ein hübsche junge Frau, die in New Orleans lebt. Madison beschließt eines Tages, sich für 30 lange Tage in ihre Wohnung einzuschließen, um festzustellen, warum sie „fucked up“ ist. Hilfe erhält sie bei der Psychologin Elizabeth Barnes (Elisabeth Shue). In Rückblenden erfahren wir, dass viele von Madisons Problemen aus ihrer Kindheit stammen. Ihre Mutter liebt Gott und Jesus mehr als sie und immer wieder bestraft sie ihre kleine Tochter drakonisch dafür, dass diese Spielgefährten zu sehen glaubt – ihre Mutter hält sie deshalb für vom Teufel besessen. Ihr Vater ist nett, aber schwach und immer unterwegs.
Zudem ist Madison öfter in der Nervenheilanstalt, wo sie auf z. T. extrem verstörte Existenzen trifft.
Tja, kein leichter Stoff, aber nachdem ich „The Dictator“ mit Sacha Baron Cohen gesehen habe, dachte ich mir, ich könnte ja auch mal wieder was „düsteres“ gucken. Und ja, der Film (von 2010) der Regisseurin Katherine Brooks ist in der Tat schwere, aber sehr bewegende Kost. Und von Anfang an gelang es Brooks, durch die Bilder, die Musik und die wunderbare Hauptdarstellerin Sarah „Disturbia“ Roemer einen Sog zu entwickeln, dem man sich kaum entziehen kann. Zum Glück werden auch viele der üblichen Irrenhausbilder vermieden, seien es Ruhigstellungen durch Medikamente oder düstere Wärter (nicht, dass es dies nicht gäbe!), aber der Fokus liegt ganz eindeutig auf Madison und ihrem letzten Aufbäumen, zu verstehen, warum sie so ist, wie sie ist. Und der Schauplatz New Orleans mit all seinen morbiden Abgründen und Verlockungen ist fast wie ein Spiegelbild ihrer verwirrten Seele.
Interessant sind auch viele kleine rote Fäden, die sich durch den Film ziehen, sei es die Straßenbahnlinie 315, deren Bild man immer wieder sieht oder die Uhrzeit 3.15, bei der Madisons Uhr immer wieder stehen bleibt. Zunächst nimmt man sie als typische Anzeichen ihrer häufigen Blackouts, doch es steckt mehr dahinter. Und ich will gar nicht weiter über den Inhalt schreiben, denn die Lösung des Films ist teilweise überraschend (teilweise etwas schwierig nachzuvollziehen – doch wie kann man psychische Abgründe schon kategorisieren?) und doch befreiend, aber noch kurz zu den Darstellern: allesamt sehr dufte, v.a. Will Patton als Madisons ängstlichen, am Ende aber so wichtigen Vater und v. a. Sarah Roemer als Madison Walker. Ich kannte sie nur als sexy Eyecandy aus „Disturbia“, aber das sie so gut eine gemarterte Frau spielen kann ohne Manierismen – große Kunst. Sie ist wirklich bewegend.
Toller Film, aber nix für Zwischendurch. Dann besser den „Dictator“ (den ich übrigens sehr witzig fand).