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Im Mai 1992 erschien mit "Spawn Nr. 1 - Questions" ein weiterer Held im amerikanischen Comic-Universum. Der ehemalige Spiderman-Zeichner Todd McFarlane errichtete sich selbst mit diesem Anti-Helden ein Denkmal. Erstmals war ein Comic-Held geboren der nicht nur strahlend, charismatisch und gutaussehend war, sondern aggressiv, zynisch, düster und deprimiert. Anscheinend war es das, was der beinahe tote Markt gebraucht hatte. Spawn wurde zu einer der erfolgreichsten Serien aller Zeiten, und hat es mittlerweile auch zu zahlreichen Neben-Serien (Spawn Dark Ages, Curse of the Spawn, Manga Spawn etc) gebracht. Auch wenn die Verkaufszahlen seit Ausgabe 100 kontinuierlich nach unten gehen. Al Simmons (aka Spawn) hat seine Spuren hinterlassen.

Mit ein Grund für den Erfolg war der poetische Touch der Hefte, ebenso wie die düsteren, äußerst brutalen aber grandiosen Zeichnungen. Eigentlich sollte man nun erwarten können dass Spawn - der Film in die selbe Kerbe schlägt, schließlich hat Sin City eindrucksvoll unter Beweis gestellt dass es möglich ist anspruchsvolle Erwachsenenunterhaltung und Comic-Verfilmung zu vereinen. Doch wie so oft, gerade in diesem Genre, ist die Enttäuschung groß. Obwohl - oder gerade weil (?) - die Macher des Comics beteiligt waren. Der Ehrlichkeit halber muss ich hier erwähnen dass es mir nur möglich war den normalen und nicht den Director´s Cut zu sehen, allerdings wage ich zu bezweifeln dass der diesen Film noch retten kann.

Neben der jämmerlichen Schauspieler-Leistung, der ebenso schlechten wie häufig benutzten CGI-Effekte enttäuscht vor allem die Story. Wenn man eine Vorlage hat, warum benutzt man sie nicht ?! Von der tatsächlich ganz interessanten Story des Heftes ist nur das grobe Grundgerüst (Spawn, Wanda, Wynn, Violator und Malebolgia) übriggeblieben. Alles in allem hat der Film nichts mit dem Comic gemein. Der düstere Look weicht einem geschleckten Walt Disney Picture, trotz der FSK18 Freigabe - wo ist die Gewalt !?! Und am allerschlimmsten: warum kommen die interessantesten Figuren der Serie nicht vor (Sam und Twitch, Angela, Satan, Chief Banks)? Somit ist dieser Film gerade für die Fans der Original-Vorlage - und an die richten sich doch solche Verfilmungen - gänzlich ungeeignet. Schade, denn mit zunehmendem Popularitätsverlust schwindet auch die Hoffnung auf ein gelungenes Remake.

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