In der Halloweennacht zelebrieren auf einem Friedhof sechs junge Menschen ein Ritual an einem aus dem Leichenhaus entwendeten Toten. Dummerweise handelt es sich bei dem Toten um einen erledigten Serienmörder mit satanischem Hintergrund und so lässt dieser nach seiner Wiederbelebung die Zombies auf dem Friedhof tanzen.
Auch die Mexikaner versuchten sich am Zombiegenre und ich muss sagen, dass ich den Film wesentlich schlechter in Erinnerung hatte, wie ich nun nach erneuter Sichtung feststellte. Das soll jetzt nicht heißen, dass er gut ist, aber es sind schon einige Unterhaltungswerte festzustellen.
Die Geschichte braucht einige Zeit bis sie in die Hufe kommt. Es werden drei Handlungsstränge (einmal der der sechs jungen Amateurtotenbeschwörer, dann der des Polizeiapparates und der von einer Gruppe Kinder, die auf dem titelgebenden Friedhof eine Mutprobe abhalten wollen) gesponnen inklusive des üblichen Vorgeplänkels mit nervtötenden Dialogen, wobei vor allem die Gespräche der Sechsergruppe in unterirdischen Regionen angesiedelt sind. Dann gibt es einen mittelmäßigen Serientötungspart, in dem sich der auferstandene Mörder auf seine eigene Art bei den Verantwortlichen bedankt und gegen Ende laufen die drei Handlungsstränge im Zombiefinale auf dem Friedhof zusammen, wobei mir dieser Teil persönlich am besten gefällt, da hier der Trashgehalt am höchsten ist.
Richtig unheimlich wird es zu keiner Zeit, obwohl der Schauplatz des Friedhofes im Mondlicht mit Nebelschwädchen gar nicht mal verkehrt ist. Dies liegt daran, dass sowohl der Serienkiller als auch die später eintrudelnden Zombies nicht gut in Szene gesetzt wurden. Der Killer darf zwar einige Menschlein hauptsächlich mit seinen Krallenhänden aus dem Leben kratzen (ein wie von Geisterhand durch Gegend axendes Beil oder der halloweensche mit-dem-Hinterkopf-an-die-Wand-Hänger bilden abwechslungsreiche Ausnahmen), was teilweise auch hübsch blutig ausgefallen ist, aber die technische Umsetzung lässt sehr zu wünschen übrig. Da kann auch die wirklich gute Musik nicht mehr viel Horrorathmosphäre erzielen. Naja, und als dann die Zombies aus den Gräbern kreuchen beginnt die wandelnde Clownsshow, denn die Untoten lassen sich locker von den anwesenden Minderjährigen austricksen, haben Schiss vor Kreuzen und auch sonst nicht viel zu melden. Im Gegensatz zu ihren nicht vorhandenen Fresskapaden lassen wenigsten die halbwegs gelungenen Masken die Wesen wie echte Zombies erscheinen.
Die Darstellerleistungen sorgen ebenfalls für Erheiterung, denn die Anstrengungen Ernsthaftigkeiten darzubieten verlaufen im Sande. Der bekannteste Schauspieler dieses Werkes dürfte wohl Hugo Stiglitz sein, der die meiste Zeit des Films verbissen guckend durch die Gegend fährt und am Ende den Helden raushängen lassen darf ohne allerdings mimisch zu brillieren, aber als großer Charakterdarsteller war der Gutste ja noch nie bekannt.
Als ernstzunehmender Zombieschocker kann "Friedhof des Satans" nicht überzeugen, aber unter trashhaltigen Gesichtspunkten gibt es ein paar Unterhaltsamkeiten zu entdecken.