Der Film begrüßt uns im Vorspann mit einem für heutige Verhältnisse leicht überzogenen kläglich gestimmten Wolfsgeheul, was früher ein absolutes Grundmuster für einen Horrorfilmstart war, könnte heute wohl eher abgenudelt rüber kommen, aber hey wir haben hier einen 1985 vor uns …
In den ersten 5 Minuten bekommt man schon den ersten Mord präsentiert. Ein 17-facher Serienmörder killt eine kreischende Frau im Fahrstuhl, gleich nach der Tat wird der zombiehafte Killer, der natürlich nicht gleich stirbt von 3 Polizisten mit Revolvern durchlöchert. Nun passiert erst einmal nichts Spektakuläres. Drei befreundete Pärchen amüsieren sich beim Wasser-Skifahren und planen für den Abend eine Party und zur gleichen Zeit versucht Dr. Camillo Cardan (Hugo Stiglitz - der seine Rolle gewohnt authentisch spielt), den Kommissar zu überzeugen, dass der Zombie „Devlon“ ein Satan ist und die Leiche nicht normal begraben werden kann.
Die drei Pärchen sind mittlerweile untereinander betrübt, da die jungen Männer die anstehende Party nur als Vorwand benutzten und stattdessen die Mädels in ein altes, runtergekommenes Vorstadthaus gelockt haben. Die Mädels zicken rum, da sie sich in der Umgebung nicht Wohlfühlen. Der Dr. fälscht der weilen Papiere.
Nun wird es irgendwie plump. Die Pärchen finden ein altes Buch „Devlon“ mit satanischen Versen und die Männer beschließen, den Mädels noch mehr Furcht einzujagen. Jetzt wie aus dem Stegreif gezaubert kommt man auf die Idee, sich eine Leiche aus dem Leichenhaus zu besorgen, diese zu beschwören und auferstehen zu lassen. Das Ganze bezeichnet die Gruppe plötzlich als „lustig“. Sorry wie bekloppt ist das denn? Das ist ein übler Handlungsfehler, der so plump wirkt, dass es schon wieder amüsant ist. Völlig selbstverständlich und ganz ohne Probleme sind die drei Männer ins bewachte Leichenhaus gekommen und suchen sich völlig abgebrüht als sei es das normalste der Welt wie im Kaufhaus eine Leiche aus, natürlich „Devlon“. - War ja irgendwie klar. Währenddessen hat der Betrug der Richterlichenverfügung gefruchtet, doch Dr. Camillo Cardan und der Kommissar kommen selbstverständlich zu spät um „Devlon“ zu verbrennen, da die Leiche ja problemlos entwendet wurde.
So nun auf dem Friedhof nahe dem Vorstadthaus brubbelt man satanische Verse vor sich hin und beschwört den noch schlafenden „Devlon“. Blitz und Donner, Vollmond und auch noch Halloween, na das kann ja nicht gut gehen. Kaum zuckt die Hand, beschwert sich die Gruppe, dass das Wetter so schlecht ist und sorge vor einer Erkältung besteht. Ja ne ist klar, der „Meister der Hölle“ erwacht, aber man macht sich erst mal Gedanken keine Erkältung zu bekommen, irgendwie logisch *g* nach dem die Gruppe die Flucht ergriffen hat, watschelt „Devlon“ der im Übrigen ausschaut, wie ein Seemann der jetzt obdachlos geworden ist über den Friedhof. Wenigstens hier hat man eine langweilige Szene wenigstens mit einer spannenden Musik untermalt.
Inzwischen hat der Doktor sich erneut straffällig gemacht und hat den Dienstwagen des Kommissars, der kurz telefonierte an sich genommen. Unsere Pärchen Gruppe ist mittlerweile wieder im alten Haus und vergnügt sich mit Sekt und Kuscheleinheiten. Doch was jetzt, kaum zu glauben, nach Knapp 45 Minuten, der erste Mord. „Mariana“ (Jacqueline Castro) die Freundin von „Oscar“ (René Cardona) hat es getroffen. Doch „Oskar“ bekommt nun auch zwei blutige Backpfeifen und eine Verletzung in der Magengegend zugefügt. Der Nächste ist „Robert“ der dran klauben muss und natürlich auch „Olivia“ (Edna Bolkan), die in einem Schrank ums Leben kommt. Also in 4 Minuten 4 schlecht dargestellte Morde, jetzt kommt Tempo in die Hütte, denn 2 Minuten weiter muss auch noch die ansehnliche „Lena“ (Erika Buenfil) und „Pedro“ (Andrés García Jr.) ihr leben lassen, übrigens genau so unspektakulär. So unsere Pärchen Gruppe hat es geschafft, die gibt es nicht mehr.
Nun rücken die fünf Kids, die Halloween feiern und zuvor immer nur nebenbei eingespielt wurden in den Vordergrund der Story. Auf dem Friedhof irren sie daher und plötzlich ohne Vorwarnung geht ein Grab in Flammen auf. Ohh wie gruselig und sinnig, denn hier ist der zweite Handlungsfehler. Zuvor hat es kräftig geregnet und ein nasses Grab brennt aus heiterem Himmel lichterloh, ohne vorher auch nur etwas von einem Anglimmen zu zeigen, da war wohl der Flammwerfer im Grab *g* - Auf der Suche nach Hilfe sind die fünf Kids ins alte Haus rein, entdecken die Leichen und ein cooles 80er Kofferradio, das interessanter aussah als die eigentlichen Leichen und treffen auf „Devlon“ nun kommt das Szenario etwa einer Geisterbahnfahrt gleich, nach dem Motto, such die nächste Leiche, vor der wir uns erschrecken müssen. Das hört auch nicht auf, denn auf der Flucht über den Friedhof buddeln sich nun auch noch Zombies aus und erschrecken die kleinen.
Jetzt aber 6 Minuten vor Schluss der Showdown.
Dr. Camillo Cardan kommt den kleinen mit dem zuvor gestohlenen Polizeiwagen zu Hilfe. Zusammen nehmen sie das schwarze Buch und verbrennen es. Nun kommt der gelangweilte Kommissar auch noch dazu, rettet die Kinder und das war es nun. Na ja nicht ganz, das Buch ist nur angekokelt und so ist der böse Geist von „Devlon“ nun auf den Doktor übergegangen.
Hilfe war das schlecht und hat mal so gar nicht überzeugt!
Friedhof des Satans ist nett gemeint, glänzt nicht mit großer Schauspielkunst und kann sich einreihen in die Kategorie „nicht ganz gelungene Horror Filme“. Der Streifen ist schleppend und gleicht einer Schlaftablette. Nicht selten hat man versucht sich etwas vom Klassiker „Halloween“ (1978) abzuschauen, seien es die Aufnahmen des Killers, dessen Perspektive stark an „Michael Myers“ erinnert und auch sonst sieht man deutliche parallele und das nicht nur, da der Stichtag „Halloween“ ist. Etwas aufwerten kann sicherlich die Rollen von „Hugo Stiglitz“ und „Erika Buenfil“ die ihre Rollen wirklich gut spielen.
Fazit:
Friedhof des Satans kann man sich anschauen, wird einen aber nicht vom Hocker reißen. Ein Film, den ich in die Schublade „Gruselfilm“ packen würde. Man sieht, dass man sich Gedanken gemacht hat, auch gab es ein paar witzige Dialoge und Perspektivaufnahmen aber das war es dann auch schon und daher keine Perle und schon gar kein Pflichtprogramm.
Für den guten Willen und den guten Auftritt von „Hugo Stiglitz“ und „Erika Buenfil“ ausreichende 3/10.
Hintergrundinfo:
Das Gebrüll von „Devlon“ als das Buch verbrennt, ist identisch mit dem der „Jan Tenner“ Hörspielkassetten.