Chili-con-Carne-Gesichter unter mexikanischem Vollmond
In diesem mexikanisch-kultigen Zombieflick mit Gurkenruf stiehlt eine Clique von partygeilen Medizinstudenten (!) an Halloween die Leiche eines berüchtigten Serienmörders und feiert mit ihm eine schwarze Messe - worauf der Leichnam selbstredend bald zu tanzen beginnt und gleich noch ein paar verweste Freunde aus dem Friedhofsboden mitgebracht hat…
Friedhof der naiven Mexikaner
„Cementerio del Terror“ klaut sich schön erfolgreiche Horrorteilchen zusammen, von „Evil Dead“ über „Children Shouldn't Play With Dead Things“ bis zu „Return of the Living Dead“ - und man ist ihm deswegen kein Stück böse. Selbst wenn er alles Zusammengeschusterte drei Klassen schlechter macht als seine eher amerikanischen Vorbilder. Aber das ist mit der Clue an diesem mexikanischen Trasheintopf. Unbedarft, unbedenklich, süß. Definitiv auch zäh und langweilig, ich will nicht lügen. Das unterschwellig-südamerikanische Flair kann sich nie genug verstellen, sticht heraus und hebt ihn etwas aus dem eintönigen Zombiemorast. Das ist auch nochmal ein gutes Stück anders als italienische Beißer dieser Epoche. Die Ladies sind trotz hässlicher 80er-Matten sehr ansehnlich, die Make-Up-Effekte können sich sehen lassen (es werden viele Gedärme aus Bäuchen gezogen!), den langsamen Aufbau nehme ich ihm kaum übel, wenn mich jeder zweite Dialog zum Schmunzeln bringt und viele kleinere Details zum Lachen, Genießen, Kopfschütteln. Es ist Gothic Horror made in Mexiko, es ist Slasherkino mit Zombies, es ist gewollt und nicht gekonnt, ein Langweiler mit Staubcharme. Auf den Spuren von Franco und de Ossorio. Überholt und köstlich veraltet eigentlich. Und gerade deswegen sympathisch aus seinem eigentlichen Jahrzehnt gefallen. Den kann ich einfach nicht verreißen - will ich nicht, muss ich nicht, bringe ich nicht über's Herz. Ihr kennt das - manchmal hat man auch für Quatsch mit scharfer Sauce ein kleines Löchlein im Herzen. Dieser Mexikomatsch hat seinen Weg zu mir gefunden und dabei sämtliche eigene Versäumnisse und Unzulänglichkeiten überwunden. Ehrlich gesagt hatte ich einen der schlechtesten Horrorfilme aller Zeiten erwartet - und einen niedlichen Dummbatz von Pseudo-Zombie-Fanfilm bekommen. Wunderbar ihn in HD in neuem Glanz zu sehen. Ohne ihn wäre die Welt schlechter. Minutenlanges Knutschen, fehlgeleiteter Spannungsaufbau, dämliche Dialoge, kultige Vokuhilas, Nebelschwaden. Kein Fulci, eher ein Falschi. Und dennoch wie gesagt ein Sympathieträger - weil er es einfach nicht besser kann!
Fazit: trashiger, unterhaltsamer und exotischer Zombie-Mischmasch, der durch seine sexy-sommerliche „Finger im Po, Mexiko“-Attitüde gewinnt. Nicht immer auf freiwillige Weise. Den haben nicht umsonst schon Gott und die Welt gesehen (und niedergemacht). Bitte keinen Untotenklassiker und echte Spannung erwarten - aber vielleicht eine malzhaltig-modernde Mordsgaudi?!