Die Legende des kopflosen Reiters findet sich schon recht früh in deutschen Sagen, in denen meistens über Widergänger berichtet wird, die im Untotenreich wandeln und Todgeweihte nur mit der Hand berühren müssen, um ihnen die Lebensgeister auszusaugen.
Erst später gelangte diese Legende zu filmischem Ruhm durch Tim Burtons „Sleepy Hollow“, während cineastische Nachzügler meistens unbeachtet blieben.
Wird diesem wohl auch so ergehen, denn von „Nu Image“ ist eben nicht mehr zu erwarten als brauchbare Unterhaltung für Zwischendurch.
Die Exposition greift gleich ein wenig amerikanische Geschichte auf, als zwei Soldaten während des Sezessionskrieges einen Feind im verlassenen Wald hinter einer Brücke vermuten und dem Titelgebenden zum Opfer fallen.
Ab da gibt es natürlich keine Überraschungen mehr, denn was folgt ist: Eine Gruppe von Teens, die sich im Wald verfahren, eine Panne haben und im Verlauf um Leib und Leben fürchten müssen, da der kopflose Reiter – so kurz vor Halloween – natürlich neue Opfer verlangt.
Mal abgesehen von den ersten fünf Minuten wandelt der Streifen sogleich auf den platt gelatschten Pfaden des Slashers. Rund sieben Jugendliche, darunter ein Einzelgänger, der sich in eine Trulli verguckt hat, während den übrigen Pappnasen so gut wie überhaupt kein Charakterprofil angedeiht wird. Eine ist mehr mit ihrem Äußeren beschäftigt, der andere stänkert etwas mehr, aber die meisten fallen überhaupt nicht auf und auch das Heldenpaar kristallisiert sich erst recht spät heraus.
Auch die Handlungsstationen sprechen für Klischees: Autopanne, Handys ohne Netz und der Eintritt in eine ausgemachte Redneck-Welt.
Wobei diese fürs Erste phasenweise Freude bereitet, da man sich zunächst Hilfe von einer naiv erscheinenden Zopf-Maus erwartet, die direkt in die nächste Autowerkstatt führt, woraufhin die auftauchenden Gestalten durchaus bizarre Züge annehmen. Kauzige alte Zausel, Kleinwüchsige und starr drein blickende Cops verschaffen durchaus Abwechslung und auch die kleine Geisterstadt kann sich von der Gestaltung her sehen lassen.
Der restliche Verlauf lebt dann eher so leidlich von einigen wenigen Splattereffekten und der Tatsache, dass das Tempo ordentlich hoch ist, da sich die Überlebenden fast pausenlos in Bewegung befinden.
In Bezug auf diverse Enthauptungen hat man sich sogar kleine Kettenreaktionen einfallen lassen und die handgemachten Effekte sehen ohnedies absolut brauchbar aus.
Die CGI hinterlassen hingegen einen zwiespältigen Eindruck, da beispielsweise die Verwandlungsszenen des kopflosen Reiters, etwa aus zähflüssiger, schwarzer Gülle zu einem menschlichen Etwas, durchaus gelungen sind, während die Gewaltszenen deutlich hinterher hinken, zumal sie phasenweise schlicht unglaubwürdig aussehen.
Inhaltlich kommt der Stoff ohne große Überraschungen aus, - ein wenig gräbt man noch in der Geschichte des Reiters, gräbt alte Legenden aus, zettelt minimale Twists gegen Finale an, doch selbst der Showdown, der gar das sagenumwobene Schwert König Arthurs beinhaltet, lässt allenfalls auf Sparflamme mitfiebern, da einem die Figuren nicht sonderlich am Herzen liegen und die Spannung im letzten Drittel nicht merklich gesteigert werden kann.
Was bleibt, ist ein austauschbarer Streifen, der seine Qualitäten aus dem handwerklich Soliden bezieht und der Tatsache, dass man sich selten mit Belanglosem aufhält.
Auf der anderen Seite mangelt es an okayen Darstellern, einer ordentlichen Synchro und markanten Splattereinlagen, so dass dem Werk am Ende etwas recht beliebiges anhaftet, welches der Genrefreund wahrscheinlich nicht mit mehr als einem unbeeindruckten Achselzucken quittieren dürfte.
5 von 10