Review

 „...wir wollten wirklich nicht viel Zeit damit verbringen, dieselbe Geschichte (wie in Justice League: The New Frontier, 2008) noch einmal zu erzählen. Deshalb ist die Entstehungsgeschichte in Green Lantern: First Flight vor dem Vorspann abgeschlossen.“

~ Lauren Montgomery 

Auch die Grüne Laterne, der intergalaktische Friedenshüter hat seine eigenen Filme bekommen, derer drei an der Zahl, weniger als die bekannteren Superman und Batman, aber zusätzlich eingegliedert in die Justice League, und mehr autarke Abenteuer als die wesentlich bekannteren Aquaman oder Wonder Woman, wer weiß warum, die Filme zählen jedenfalls nach Hörensagen mit zum oberen Gebiet:

Vor langer Zeit nutzten die Wächter des Universums , die ersten Lebewesen überhaupt, die Kraft des grünen Elements, um die Green Lantern -Batterie zu erschaffen. Die Batterie war jedoch anfällig für die Farbe Gelb, den einzigen Teil des Lichtspektrums, der Grün widerstehen konnte. Die Wächter versteckten die konzentrierteste Quelle gelber Energie, das gelbe Element, um zu verhindern, dass andere es gegen sie einsetzen konnten. Nach dem Tod von Abin Sur [ gesprochen von Richard McGonagle ] treffen mehrere Green Lanterns wie der Drill Sergeant Kilowog [ gesprochen von Michael Madsen], Boodikka [ gesprochen von Tricia Helfer ], Tomar-Re [ gesprochen von John Larroquette ] ein, um den auserwählten Nachfolger, Ferris Aircrafts Testpiloten Hal Jordan [ gesprochen von Christopher Meloni] zum Green Lantern Corps auf Oa zu bringen. Er wird von dem leitenden Offizier Sinestro [ Victor Garber ] beaufsichtigt , der Abins Mord untersucht, und sich dabei zuerst in die Gefilde des feindlich gesinnten Kanjar Ro [ gesprochen von Kurtwood Smith ] begibt.

Hier in einer noch weicheren Zeichnung dargereicht, Hal in Kommunikation mit Carol, Hal möchte natürlich eine bisschen an die Grenze und darüber hinaus gehen, so wie man es gewohnt ist aus dem Realfilm, dort eher unbekannter Natur gesetzt, hier dem Comicleser als bekannt vorausgesetzt. Ein Testflug für die Firma soll gemacht werden, es folgt etwas anderes, es wird plötzlich dunkel in der Kanzel, von der Simulation auf einen fremden Planeten transportiert, Hilfe wird benötigt, man zeigt Menschlichkeit, der Ring wird übergeben, ausgewählt als neuer Wächter, das erste Abenteuer hier. Von einem Sterbenden übernommen und dessen Ring überkommen, zum Intergalaktischen Corps jetzt gehörend, die letzten Worte eines sterbenden Wesens, "Setze den Ring klug ein.", Fist Flight im ersten Einsatz, mit einer namhaften Besetzung eingesprochen, einem anderen Ton auch als der Live-Action, mit mehr Wärme, mehr Überzeugung, die der dortige Regisseur Campbell nach eigenen Aussagen nicht hatte ("None whatsoever."), und entsprechend ein Fiasko hergestellt, hier eine Anpeilung an die Texte, an die 'Heftchen', eine Überraschung folgt der anderen, in edlen Gemäuern wird gewandelt, auf "Forschungsreise" geht man hier.

Das Treffen mit den Mentoren ist scheinbar erst feindlich, dafür ist SInestro freundlicher eingestellt, im Film wirkte er immer wie ein Maulwurf, wie ein Verräter, hier wird sich freundlich seinerseits zumindest vorgestellt, zudem ist Jordan offen gegenüber der neuen Verantwortung, etwas sprachlos nur, aber nicht , abweisend, nicht abweichend und nicht verweigernd und auch der Heimatplanet sieht anders aus; privilegiert wird gezeichnet hier, mit leicht humoristischen Ton, der Onkel von Jordan war Polizist, als Mensch hat man nicht den besten Ruf, das kennt man schon, es wird darüber diskutiert, ob es sich lohnt oder nicht, den Menschling auszuprobieren. Eine sich ausweitende Krise steht bevor, eigentlich hat man andere Aufgaben, es wird sich trotzdem um den Neuankömmling bemüht, im fließenden Übergang, eine helle Zeichnung, keine dunklen Gemüter, keine Traumata und dazu mehr Stärken als Schwächen, ein Superheld im Werden, "Denke an 1-2-1-5.", einige Bilder und Eindrücke sind trotzdem nichts für die kleinsten Kinder, für heranwachsende schon eher, siehe die Altersfreigabe, die gibt Aufschluss und Notiz.

Auf der Suche nach dem Mörder des früheren Wächters ist man, es werden ferne Planeten gezeigt, und bewandert, die Erde sieht man eingangs kaum, nur im Nebenher, man geht mit Sinestro im Team auf Ermittlungen, auf Verbrecherfang, teilweise erinnert man an Krieg der Sterne, den 'Vierten' Teil', den damaligen Erstling, gerade der Space-Saloon, die außerirdische Bar mit seinen vielen verschiedenen Gestalten und dem ebensolchen Gebaren. Hal zeigt Emotionen hier, er ist gegen Qual und Folter, er macht einige Methoden nicht mehr, er ist sensitiv und dennoch aktiv im Geschehen, teilweise zwangsweise dazu genötigt, eine Verfolgungsjagd steht an, mit Kreativität ausgeführt. In der Kanalisation des Ortes gelangt man während der Hatz, im Untergrund, eine erste Bewährungsprobe in der "Müllabfuhr", und "kein Ende in Sicht", es wird Verderben gezeigt, dabei soll eine neue Ordnung geschaffen werden, die dem "Chaos den Garaus" macht, eine große Aufgabe, ein Sieg ohne Gewinnen, eine schwere Geburt, "Sollte ich mir Notizen machen?", auch hier (scheinbar) eine Origin-Story, gepflegt mit Rückblenden und Erzählungen von früher, auch über das Schicksal von Abin Sur wird berichtet, "So hab ich es jedenfalls gehört."

Die Hierarchie wird beachtet, er gibt Widerstand und Ermahnungen, es muss an Ideale und Pflichten erinnert werden, es wird unter Druck gestanden, die eigenen Moralitäten und Modalitäten gebogen und gebrochen, es gibt bekannte und unbekannte 'Gesichter', selbst ein Weltraumbahnhof wird durchsucht, mehr Größe und Höhe und Breite hier, der Realfilm soll 200 Mio. USD gekostet haben, viel davon sieht man nicht, zumal Budgetkürzungen zum Ende hin seitens des Regisseurs bemängelt wurden, böse Wendungen dort, ebensolche hier, nur mit mehr Fantasie, und tatsächlich als Science-Fiction-Film gehalten, ein Duell zwischen Gut und Böse, ein "kleines Schädlingsbekämpfungsproblem". Ein anderer medialer Umgang natürlich, vieles von hier hätte man realiter nicht umsetzen können, teilweise erinnert man gar an Outland - Planet der Verdammten, für Bruchteile nur, für Sekunden, nicht Minuten, ansonsten wird in hauseigene Strukturen eingedrungen. Ständig auf Aktion gepolt, ist die Anspannung auf Dauer nur zu hoch, es wird ein reines Abenteuer, ein Kriegsschauplatz gezeigt, keine Entlastung, keine Entspannung, zu wenig davon zumindest, ein mittiger Gerichtsprozess erhöht die Dramaturgie nochmal, ein Tribunal wird angestrebt und vollzogen, ein unter Druck setzen und ausmanövrieren, den würdigen Nachfolger übersehen, ein moralisches Dilemma zudem entsponnen, was der Live-Action Variante komplett fehlt; "Er ist vor allem eins: Politiker."

Selbst auf die Dialogarbeit wird hier Wert gelegt, Spitzfindigkeiten, Zweideutigkeiten, eine Vorahnung bestätigt, eine weitere ausgetrickst, zwischen Verbannung, Loyalität und (Ohn)Macht gefangen, mit dem Zuschauer Versteck gespielt. Eine verhältnismäßig intelligente Alternative, mit Inspiration und Treue gehegt und gepflegt, vom Worldbuilding und dem Krawall her etwas übermächtig, zu unkontrolliert, selber zu groß geworden für die Narrative, für Recht und Ordnung taub gestellt.

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