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Eine Heirat mit Komplikationen, der Zusammenprall zweier Kulturen - die Zutaten, aus denen Maria, ihm schmeckt's nicht! besteht, sind wahrlich keine außergewöhnlichen. Dass man daraus aber dennoch ein wohlschmeckendes Gericht mit vielen Seitenhieben auf kulturelle Unterschiede anrichten kann, wird jedoch auch bewiesen. Und neben der flotten Inszenierung ist das einer gehörigen Portion von Sarkasmus zu verdanken.

Italiener würden immer reichlich unnützes Zeug mitschleppen an den Strand lernt man in diesem Film, oder, dass reichlich und gern gegessen wird. Besonders Meeresfrüchte. Man hat ein Problem, wenn bei Italienern der Eindruck entsteht, dass man dieses doch so köstliche Essen nicht mag - sind die Gründe auch in einer Allergie oder Unverträglichkeiten anderer Art zu suchen. Zudem sind die Betten in der tiefsten italienischen Provinz so weich, dass man darin versinkt und lieber auf diesem unnützen Badezeug (aufblasbare Luftmatratze in Krokodilform) Platz nimmt, um schlafen zu können.

Jan (Christian Ulmen) nimmt all diese Strapazen auf sich, um seine langjährige Freundin Sara (Mina Tander), ihres Zeichens Halbitalienerin, zu heiraten. Denn die Bedingung ihres schwer zu überzeugenden Vaters Antonio (Lino Banfi) war: In Campobella, in der tiefsten italienischen Provinz und gleichzeitig seinem Heimatort, sollen die Hochzeitsglocken läuten - und nirgendwo anders. Sonst könnte er es nicht ertragen, dass ihm seine Tochter geraubt würde. Das angespannte Klima zwischen Schwiegervater und Schwiegersohn in spe zeichnet sich also schon ab. Und es soll freilich nicht der letzte Stolperstein sein, welcher der Eheschließung von Jan und Sara im Weg steht.

Meist mit liebevoller Komik, aber hin und wieder sehr garstig-sarkastisch werden die Seitenhiebe auf die deutsche und italienische Lebensart ausgepackt und auch mit Klischees (Pünktlichkeit und Bürokratie der Deutschen vs. Verschlafenheit und Temperament der Italiener) wird nicht gegeizt. Darauf scheint Jan Weiler, der die gleichnamige Bestseller-Vorlage schrieb, die sich allerdings sehr vom fertigen Film unterscheidet, und auch am Drehbuch beteiligt war, besonderen Wert gelegt zu haben. Das ist zwar wiederum nicht sehr originell, unterhält aber vorzüglich. So auch jene Szenen des gegenseitigen Missverstehens, dessen witzigste Ausgeburt bei einem kleinen Autounfall und einem Schimpfwort für das weibliche Genital man schon im Trailer sehen konnte. Einige Szenen um Antonios erste Jahre als Gastarbeiter in Deutschland schlagen gar ernstere Töne an und verleihen Maria, ihm schmeckt's nicht! jenen Hauch von Tiefgang, um doch irgendwo zwischen den oberflächlichen Cultureclash- und Screwballcomedy-Elementen ernst genommen zu werden.

Christian Ulmen, der sich durch seine Rollen wie in FC Venus und Herr Lehmann durchaus als passabler Schauspieler im komödiantischen Fach etablieren konnte, und sein Gegenüber, Lino Banfi als Saras launischer Vater, ziehen dabei alle Register ihres Könnens und es ist eine Freude, ihnen zuzusehen. Aus diesem Grund verwundert es auch nicht, dass die unterfordert wirkende Mina Tander etwas in den Hintergrund gedrängt wird. Die Inszenierung von Neele Vollmar (Urlaub vom Leben, 2005) ist flott und hat viel Gespür für komödiantisches Timing, so dass ihr Film durchaus das Potenzial zum Komödienhit des Sommers hat. Auch wenn sich der Film hin und wieder dramaturgische Auszeiten gönnt und einige zähe, wenig pointierte Dialoge, die letztlich ins Leere laufen.

Am Ende fallen die kleinen Schwächen von Maria, ihm schmeckt's nicht! jedoch kaum ins Gewicht. Eine große Portion gelungener Gags und viele Seitenhiebe auf die italienische Mentalität sorgen am Ende für eine reichhaltige Komödienkost nicht nur mit Klischees, auch wenn diese Zutat durchaus vorhanden ist. Und wenn der Film doch nicht Lust machen sollte auf Urlaub, dann doch auf Meeresfrüchte, die der arme Jan wieder und wieder aufgetischt bekommt. Guten Appetit!

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