Review

Das ist er also, der Film über den sich Gerüchte häufen und von dem jeder spricht der jemals das Wort "Splatter" gehört hat.
Erzählt wird die Geschichte eines japanischen Konzentrationslagers in dem an gefangenen Chinesen üble Versuche durchgeführt werden, meistens in Verbindung mit Gas und Bakterien. Ein ebenso wichtige Rolle spielt eine Gruppe Jugendlicher die zu eiskalten Kämpfern gemacht werden sollen.
Zunächst ist es falsch das "Men Behind The Sun" ausschließlich aus grausamen Folterungen besteht. Es gibt sehr wohl eine Story, es gibt verschiedene Charaktere (die Jugendlichen, ihr "Übergeordneter", der Professor, der Sicherheitschef und der stumme Junge). Im Zentrum des Films steht allerdings die Grausamkeit die im KZ herrschte, und dies ist keineswegs nur auf die Gewalt bezogen, sondern auch auf psychische Folterungen. So wird beispielsweise eine Mutter das 3 Monate alte Kind weggenommen und mehr oder weniger im Schnee begraben, so dass die Mutter ein Kissen als Ersatz für ihr Kind nimmt und psychisch zu Grunde geht. In Verbindung mit dieser Gewalt und der Herabsetzung der Chinesen auf einfache Versuchskaninchen werden auch immer wieder die Jugendlichen gezeigt, die in der Regel genau die selben Reaktionen haben wie der Zuschauer. Schock, Angst und teils sogar Wut. Auch die im Krematorium tätigen Männer liegen bei der enormen Menge von Leichen schon längst im Suff bzw. sind psychisch völlig am Ende.
Was will ich damit sagen? Das "Men Behind The Sun" mehr als nur ein Kriegs- bzw. Splatterfilm ist, sondern teilweise in seiner Atmosphäre wirklich bedrückend ist und dies auch ohne seine Gore-Einlagen wäre. Womit wir schon direkt bei dem wären was den Film so populär macht.
Zunächst reicht mein biologisches sowie medizinisches Wissen über die menschliche Anatomie nicht auch nur im geringsten aus um sagen zu können, ob es sich bei der Menschensizierung um einen echten Menschenkörper handelt, wie viele ja behaupten. Was ich aber sagen kann, ist das diese Szene eine der wohl übelsten ist, die ich je zuvor gesehen habe, was allerdings mit Sicherheit nicht am Gore-Anteil liegt, sondern besonders daran wer das Opfer ist und wie es dazu gebracht wird lebendig aufgeschnitten zu werden... Wenn man diese Szene allerdings mit der Schildkröten-Snuff-Szene aus "Cannibal Holocaust" vergleicht... ich will lieber garnicht weiter daran denken bzw. schreiben. Doch Snuff ist schon wieder eine Überleitung auf eine Szene, die den ganzen Film deutlich herunterzieht, weil sie einfach nur sinnlos und grausam ist. Eine Katze wird in ein Meer von Ratten geworfen, wo diese ca. 1-2 Minuten um ihr Leben kämpft, schließlich aber lebendig aufgefressen wird - un die Kamera hält gnadenlos drauf. Ich frage mich ernsthaft was so etwas krankes soll, zumal die Szene wirklich ABSOLUT sinnlos ist und nicht auch nur im geringsten etwas zur Story beisteuert (selbst wenn sie es täte wäre es unverantwortlich, aber so ist es irgendwie nochmal so schlimm). Der Rest des Films ist stellenweise interessant gehalten, insbesondere die kleine Revolte der Jugendlichen, manchmal aber auch tierisch langatmig, zumal die Szenen alles andere als "dynamisch" sind. An vielen Stellen im Film kann man sich ein Schmunzeln auch nicht verkneifen, da die Szenenwechsel oft viel zu schnell und unkoordiniert sind und die zuvor so angespannte Atmosphäre plötzlich völlig trashig und stumpf wirkt. Hinzu kommen einige Sterbeszenen in denen Charaktere tot umfallen die fast schon an Slapstick erinnern - unfreiwillig versteht sich (hoffe ich zumindest mal stark).
Nun kommt die schwere Frage nach dem Fazit, wie soll man diesen Film bewerten? Auf der einen Hand hat er eine solide Story die nicht die Goreeffekte umschreibt, sondern sie in seinem Verlauf miteinbaut. Die Charaktere haben eine für einen Kriegsfilm dieser Art angebrachte Tiefe, und die Atmosphäre ist stellenweise beeindruckend, wird allerdings aber auch oft durch dämliche Szenenwechsel völlig zerstört und fast schon ins lächerliche gezogen. Dazu kommt noch die übertriebene Snuff-Szene und die eventuell echte Sizierung. Ich weiß nicht ob sie echt war, wenn's wirklich der Fall ist, dann...ich weiß es nicht.
Insgesamt ein an einigen Stellen in seiner Umsetzung definitiv zu übertriebener Kriegsfilm, mit einer Story die allerdings aussagekräftiger ist, als die der meisten Kriegsfilme.

3/10 - mehr kann ich einem Film in dem lebendige Tiere sterben nicht geben. Leute denen das egal ist werden am Film sicher ihre Freude haben.
(nein, ich bin kein Moralapostel, aber gewisse Dinge gehen in meinen Augen zu weit)

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