Dieser Kriegsfilm schildert im semidokumentarischen Stil sowie mit Datumseinblendungen die letzten, verzweifelten Versuche einiger reichstreuer japanischer Offiziere vor dem Zusammenbruch kurz vor Ende des zweiten Weltkriegs, was dem letzten Aufbäumen mit jugendlichen Rekruten, die in die Einheit 731 einberufen werden, ähnlich sinnlos wie den letzten Volkssturm im damaligen Deutschland erscheinen lässt. Dort forscht man an Massenvernichtungswaffen, um den Ausgang des Krieges irrig noch einmal umlenken zu können, ohne jeden Skrupel vor Versuchen an Kriegsgefangenen. Obwohl T. F. Mous ein düsteres Kapitel des zweiten Weltkriegs aufschlägt, hat er mit den berüchtigten Naziexploitation-Filmen Italiens oder Amerikas wenig gemeinsam, denn die Hongkong-Produktion stellt die menschenverachtenden Experimente Japans während der Besetzung Chinas mit aller Härte dar, dass sich einem unschwer der Magen umdreht. Ohne jede Art von Verniedlichung, Beschönigung oder den Anspruch auf lustig trashige Unterhaltung schlägt dem Zuschauer die pure Niedertracht entgegen, wenn Kriegsgefangene in dem Lager selbst kurz vor Kriegsende noch sinnlos für sinnlose Versuche herhalten müssen, bei denen sich menschliche Abgründe in faschistoider Verblendung offenbaren. Die einzige Gemeinsamkeit zu dem oben genannten Genre ist die stellenweise das Thema ausbeutende Aneinanderreihung von übelsten Malträtierungen der "Marutas", die gar nicht mehr als Menschen angesehen werden, "Men Behind The Sun" ist Extremkino, beruhend auf wahren Begebenheiten. Das Flair ist trist und deprimierend, gewinnt im positiven Sinne an Glaubwürdigkeit durch hineingeschnittene Kriegsszenen und kann als erschütternde Verarbeitung in reißerischer Aufmachung gelten, die zumindest für die Nachwelt ein Gefühl des Ekels erhält. Einen wirklichen Anspruch auf durchgehende Authentizität braucht man hingegen nicht zu suchen, genau so wenig "gute Unterhaltung", für Mainstreamfans sowie politisch Uninteressierte ist das einer dieser Filme, der absolut ungeeignet ist. Manch einer mag sich an den durchaus zahlreichen Gewaltszenen um Folter und Mord ergötzen, die hier im oberen Bereich einer oftmals zitierten "Härteskala" liegen, verstehen dann aber den Kern des Ganzen nicht. Wie kaum ein anderer Film zeigt "Men Behind The Sun" in erschütternder Weise, wozu Menschen in Verachtung ihresgleichen fähig sind, ob dieses unter Kriegsverbrechen geführt wird oder von einem allgemeinen humanistischen Standpunkt aus betrachtet wird, führt angesichts der expliziten Folter- und Mordszenen zum gleichen Ergebnis, dass sich von anderer Exploitationware dadurch abhebt, dass ein humoristischer Charakter, der vielen Billigproduktionen unfreiwillig anhaftet, komplett fehlt. Im Ergebnis ist diese pseudodokumentarische Verfilmung von unglaublichen Gräueln ein Schreckensszenario, dass aufgrund seiner authentischen Wurzeln und der dramaturgisch niederschmetternden Umsetzung weder als nettes Entertainment noch als üblicher Schundfilm innerhalb des Lagerfilmgenres durchgeht. Kein Vergleich zu diversen Nazi-Exploitern mit ihrer verklärenden und oft dümmlichen Darstellung von menschenverachtenden Ideologien als Vorwand, um sleazige Szenen zu konstruieren, die es so wahrscheinlich nie gab. Ärgerlich sind lediglich einige Tierversuchsszenen, bei denen offensichtlich echte Tiere ums Leben kamen, eine, bei aller reißerischen Absicht, inakzeptable Vorgehensweise, die dieser ansonsten ausgenommen stimmige Film gar nicht nötig hätte. Dafür einen Wermutspunkt Abzug. Die beiden Sequels sind übrigens überflüssig.
Fazit: Äußerst harter, sicker Lagerfilm, der dem Zuschauer einiges abverlangt, will dieser nicht einfach mit einem sehr, sehr mulmigen Gefühl in der Magengrube zurückgelassen werden. Ein heftiges, schockierendes und deprimierendes Drama, ein Krieg ohne Gewinner, doch bis zum bitteren Ende. (10-1=) 9/10 Punkten