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Japan,1945: die Japaner richten ein Konzentrationslager, die Unit 731, ein, um ausgiebige Versuche an Menschen und lebenden Tieren auszuführen. Dadurch soll der 2. Weltkrieg, der schon verloren scheint, doch noch gewonnen werden...

Dieser Streifen gehört zweifelsohne zu der kleinen Gruppe von Filmen, nach deren Betrachtung man sich schmutzig fühlt. Man weiss nicht, ob man dem Regisseur dafür danken soll, dass er ein dunkles Kapitel japanischer Geschichte (welches angeblich noch heute totgeschwiegen wird) so drastisch darstellt, dass man tatsächlich realisiert wie die Menschen in diesen Konzentrationslagern gelitten haben müssen, oder ob man ihn dafür tadeln soll, dass er unter dem Vorwand einer geschichtlichen Aufarbeitung ein reines Exploitation-Movie gedreht hat. Völlig emotionslos werden hier die widerlichsten Folterungs- und Tötungsarten gezeigt; das ist eine Darstellung der Gewalt, die richtig weh tut. Als Beispiel seien hier nur drei Stichpunkte genannt: Kälte-/Wärmeexperimente, Druckluftkammerversuche (diese Sequenz gehört zum härtesten was ich kenne !), Lebendsezierung des kleinen Jungen.

Ich frage mich welche Zielgruppe der Regisseur mit seinem Film ansprechen möchte. Für die geschichtlich interessierten Otto-Normal-Verbraucher dürfte der Film einige Stufen zu hart sein, und falls er von Anfang an nur die Hardcore-Splatterfans ansprechen wollte, so muss klar gesagt werden, dass man die Splatterszenen aufgrund des realen geschichtlichen Hintergrundes nicht geniessen kann (hiermit möchte ich aber keinesfalls sagen, dass es nicht auch unter den Splatterfans geschichtlich interessierte gibt !). Um dem Verdacht zu entgehen, er habe nur einen reinen Splatterfilm drehen wollen, hätte der Regisseur den Film vielleicht etwas dokumentarischer anlegen sollen. Das zweite Problem ist, dass der Film in seiner vollen Länge vielen Menschen der Erde nicht zur Verfügung stehen dürfte, da er vielerorts verboten ist. Von daher verwundert es mich umso mehr, dass kürzlich eine ungeschnittene deutsche Veröffentlichung stattgefunden haben soll.

Fazit: ein Film wie ein Nierentritt und weit entfernt von Fun-Splatterstreifen wie "Story of Ricky" ! Für manche ist der Film ein Meisterwerk, für andere nur der Ober-Sicko; wie so oft liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Ich kann nur jedem Volljährigen empfehlen sich den Film anzuschauen und sich selbst ein Urteil zu bilden. Aber Vorsicht: gerade bei zarten Gemütern dürfte der Film einen bleibenden Eindruck hinterlassen!

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