Review

Tja, bei diesem Film weiß ich gar nicht so recht, wo ich anfangen soll...

Die Story verspricht noch eine ganze Menge: Marie, eine verletzte Hochleistungssportlerin, zieht in ein Appartment, wo zuvor eine Frau gelebt hat, die spurlos verschwunden ist. Marie stellt Veränderungen an sich selbst fest, die sie sich nicht erklären kann. Sie beginnt Nachforschungen anzustellen und kommt einer unheimlichen "Sache" auf die Spur...

So in etwa lautet der Covertext auf der DVD-Hülle zu "Nightmare on Left Bank". Als ich das gelesen habe, dachte ich mir, dass hört sich spannend an und habe den Film aus der Videothek ausgeliehen - wie sich im Nachhinein herausgestellt hat, war dies ein Fehler. Der Film ist zäh wie ein Kaugummi. Während der ersten 30 Minuten passiert gar nichts, es wird nur Marie und ihr persönliches Umfeld gezeigt. Hierbei erfolgt eine m. E. für einen Horrorfilm viel zu tiefe Zeichnung der Charaktere bzw. von Marie's Charakter. Sowas will in einem Horrorfilm eigentlich niemand sehen, aber darüber kann man natürlich geteilter Meinung sein und könnte darüber auch hinweg sehen.

Problematisch ist allerdings, dass nach den ersten 30 Minuten auch nichts wirklich passiert. Der Film geht genauso langweilig weiter; 60 Minuten, 80 Minuten - es tut sich nichts. Zahlreiche Szenen (u. a. Party, Sex im Wald, Abendessen) haben eigentlich nichts mit der beschriebenen Story zu tun und es kommt auch nichts dabei zur Sprache, was irgendwie mit der Story in Verbindung gebracht werden könnte. Dadurch erhöht sich hier die eher einschläfernde Wirkung.  Zum Ende hin nimmt der Film dann eine sehr konfuse Wendung. Ohne hier zu viel verraten zu wollen, kann man doch sagen, dass hier mehr Fragen aufgeworfen, als beantwortet werden. Das gesamte Ende wirkt unglaubwürdig und ist logisch und inhaltlich nicht nachzuvollziehen. Weder erklärt sich, was nun eigentlich mit Hella gewesen ist, weil sie plötzlich wieder da ist, noch erklärt sich irgendwie, was Marie's merkwürdige Visionen eigentlich sollten und es wird auch nicht gezeigt/erklärt, warum Marie geopfert wurde und vor allem wem. Ziemlich fragwürdig, das Ganze.

Der Film enthält keine Gore-Effekte und nur eine Mordszene, in der zwei Polizisten getötet werden. Diese ist jedoch komplett unblutig. Bei einer FSK 16 war zwar klar, dass der Film keine Gore-Granate wird, aber etwas mehr hätte es schon sein dürfen. Nötigenfalls hätte man dann eben höher prüfen lassen müssen.

Einzig die Schauspieler sind ok und machen ihre Sache ganz gut - ween auch nicht überragend. Aber das rettet den Film auch nicht mehr.

Fazit:
Mit einem Wort: Zeitverschwendung! Es ist mir etwas rätselhaft, weshalb dieser Film auf dem Fantasy Film Festival angeblich Preise gewonnen hat. Echte Horrorfans dürften da wohl nicht anwesend gewesen sein, sonst müßte die Bewertung anders aussehen. Ein tot-langweiliger Film, den man sich nicht zweimal ansieht. Dem Regisseur kann man an dieser Stelle nur sagen: Wenn man es nicht kann - oder will - sollte man es einfach lassen.
Deshalb nur 2/10.

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