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Der Amateurfunker Paul (Greg Scott) empfängt die Hilferufe von zwei verstorbenen Personen und fährt mit seiner Freundin Martha (Lara Wendel) zur Quelle der Signale, ein altes verlassenes Haus. Dort haben sich ein paar Teenies auf der Durchreise eingenistet und alle zusammen bekommen Gesellschaft von einem besessenen Geisterkind, dass vor Jahren hier die Eltern auf brutale Weise ermordete. Für die Polizei geht der erste Todesfall auf das Konto des übereifrigen Hausmeisters, ein alter, gnatziger Hinterwäldler, der auf ungebetenen Besuch mit dem Hackebeil losgeht. Für den Schlaumeier der Truppe ist der Computer das Aufklärungsgerät der Wahl in einer Zeit, als man noch Fragen an den Rechner stellen konnte und eine Antwort erhielt (warum gibt es das heute eigentlich nicht mehr ?). Der Zuschauer wird schon schnell gewahr, dass hinter dem Spuk der Geist des bösen Mädchens mit ihrer ebenso besessenen Clownpuppe steckt. Das Motiv ist ebenso bekannt, wie die restlichen Elemente des Films. Bei den Schockfakes und kleinen Albernheiten unter den Teenies gibt es nichts aufregendes, dafür können die gruseligen Geisterpassagen überzeugen. Einfache SFX wie platzende Flaschen und Spiegel gehören genauso zum Repertoire wie Polterszenen und Ekeleinlagen via Kakerlaken und Maden. Dazu gesellen sich lebendig eingesargt sein, garstige Morde inklusive Messer durch den Hals rammen, Körperteilung, und sogar ein kurzer Zombieauftritt, alles in technisch einfacher Ausführung. Damit fährt Umberto Lenzi so ziemlich alles auf, was das Horrorgenre hergibt und verquirlt es zu einem Brei, der darauf abzielt, den Zuschauer zu schocken. Auf die Glaubhaftigkeit oder den Storyfluss wird dabei wenig Rücksicht genommen, „Ghosthouse“ ist ein trashiges Sammelsurium, dass B-Moviefans Spaß bereiten kann, ohne jedoch als Geisterthriller ernsthaft an den Nerven zu kratzen. Statt dessen bietet die drittklassige Darstellung nicht selten Grund zur Erheiterung, ein Höhepunkt ist z.B. der gefährliche Geisterdobermann, bei dem noch kurz die Leine und die Hand des Hundehalters am Bildrand zu sehen ist. Dennoch schafft es dieser kleine Billigfilm, besonders am Anfang und zum Finale hin, atmosphärisch und auch gruselig zu erscheinen, was weniger an den überwiegend miesen Schauspielern, als an dem gelungenen Score liegt, der zwischen Synthieklängen als Erkennungsmelodie ein diabolisches Kinderlied verwendet. Da bekommt die Villa urplötzlich eine Geisteraura, bis das einfältige Ende einem den Eindruck von „keine Lust mehr, wir machen Feierabend“ vermittelt.

Fazit: Typisch Lenzi eben, entbehrt jeder Logik, macht aber stellenweise doch irgendwie Spaß für die anspruchslosen Stunden. 4/10 Punkten

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