Inhalt:
Ein Funker empfängt den Todesschrei von zwei Menschen und verfolgt zusammen mit seiner Freundin das Signal zurück. Die Spur führt die beiden zu einem vergeisterten Haus, in dem mehrere Leute zusammenkommen und es bald die ersten Mysteriösitäten und Toten gibt.
Kritik:
Mit dem Regisseur Umberto Lenzi verbinde ich hauptsächlich recht gelungene Beiträge zum Kannibalen- und Zombiegenre. Anscheinend dachte sich der Herr, dass er mal etwas neues machen wolle und widmete sich unter einem Pseudonym, das mich ein wenig an das Ei auf der Mauer bei "Alice im Wunderland" erinnert, dem Spukhausfilm.
Erfreulich ist, dass wirklich alle Zutaten, die ein Spukhausfilm braucht, enthalten sind. Zum einen natürlich gibt es hier das verfluchte Haus mit einer bewegten Vergangenheit und zum anderen viele merkwürdige Spukereien. Der Hausgeist wird von einem kleinen Mädchen verkörpert, welches nur in Begleitung einer dämonischen Clownspuppe unterwegs ist und zusammen sind die beiden unausstehlich. Sie sorgen für viel Tohuwabohu, indem sie unter anderem Gläser zerplatzen lassen, ein Wohnmobil kräftig durchschütteln, in geschlossenen Räumen für ordentlich Durchzug sorgen, den Abfluss mit Blut zu reinigen versuchen oder einen Ventilator ohne Motor und Strom zum Laufen bringen.
Hinzu kommen ein geisterhafter Dobermann, ein wandelndes, madengesichtiges Zombieskelettgesicht und ein geisteskranker Hausmeister.
Aus all den vorhandenen Elementen hätte ein wirklich unheimlicher Streifen werden können, doch irgendwie will keine homogene Mischung entstehen. Anscheinend hat man vor Drehbeginn eine Liste von Gruseleien erstellt, die man im Film unterbringen wollte, die man dann bei Dreh nach und nach abhakt. Es passiert zwar einiges, doch es mangelt an der Verbindung zwischen diesen Szenen.
Außerdem will soetwas wie Atmosphäre, die für einen Spukhausfilm unabkömmlich ist, nicht aufkommen. Dafür wurde das Haus viel zu schwach in Szene gesetzt und die teilweise gelungene musikalische Untermalung (besonders das immer wiederkehrende Kinderlied hat’s mir angetan) kann auch nicht mehr viel retten.
Die dünne Story, die hölzern agierenden Darsteller und die dämlichen Dialoge tragen auch nicht dazu bei, den Zuschauer bei Laune zu halten. Die Ermittlungen unserer Hauptpersonen zur Klärung der Geschehnisse führt sie vom Haus weg in die Stadt, wo einige Gespräche geführt werden und so ein unnötiger Riss im Film entsteht.
Bei den stellenweise relativ lebenssaftreichen Effekten wurde auch geschludert. So sind die Ideen wie die Axt im Walde, äh Kopf, der mordende Ventilator oder das geteilte Mädel zwar lobenswert, die Umsetzung aber nicht, da alle Tricks überdeutlich als solche zu erkennen sind und so weder schocken noch gruseln können.
Auch die lausige Skelettzombiemaske oder der Geisterdobermann, der in einer Szene deutlich angeleint zu erkennen ist, können nicht überzeugen.
Der einzige Effekt, den ich gelungen finde, ist der, bei dem ein Knabe durch den Boden bricht und in einer milchigen, mit Gebeinen gefüllten Suppe landet, die ihn ein wenig verätzt, er sich aber mit Müh und Not noch retten kann, um im Anschluss von seiner ihn nicht erkennenden Freundin mit einer Heckenschere niedergestreckt wird. Wenn man solche Freunde hat, braucht man keine Feinde.
Naja, wie auch immer. Ich bin auf jeden Fall ziemlich enttäuscht von diesem Filmchen, da ich auf Grund des Titels und des Bekanntheitsgrades der Ghosthouse-Reihe wesentlich mehr erwartet hatte. Schade!