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Das Haus an dem Kneipenschauer

Ein Pärchen erhält per Funk eine Art Hilferuf aus einem verlassenen Landhaus - und natürlich sind dort (wie wir Zuschauer schon im Intro erfahren) zwanzig Jahre zuvor brutale und geistreiche Todesfälle passiert, die den beiden und ein paar weiteren zugelaufenen Chaoten nun wieder vor die Füße fallen...

Bis die Spiegel bersten...

Schon die irreführende Ziffer im Originaltitel (!) lässt wenig Trugschlüsse zu - "La Casa 3" aka "GhostHouse" ist ganz sicher kein kreatives oder innovatives Einzelstück. Lenzi verwurstelt hier Ideen, Kills und Übernatürliches aus besser bekannten Hits. Fulci oder "My Bloody Valentine" kommen einem schnell in den Sinn. Auch "Boogeyman" oder "Poltergeist" eher öfters als selten. Die jungen Erwachsenen stehen ihren amerikanischen Kollegen in Sachen Austauschbarkeit und Dummheit kaum nach. Der Score ist cool, leider aber auch etwas zusammengeschustert. Und die Atmosphäre passt soweit zwischen italo-morbide und Bullshit. Die Kills können sich zum Großteil (auf niedrigem Niveau) sehen lassen. Das Haus hat ein paar fiese Fallen und Winkel. Die Stimmen, Tonbandaufnahmen, Dobermänner und Clowns - all in all ein feines Sammelsurium. Und im Grunde klassischster Italo-Bandsalat aus glorreichster Kassettenzeit. Solch sympathischen "Schund" und "Schrott" hat man an einem Freitagabend für 1,50 DM immer gerne für ein feuchtfröhliches Wochenende mitgenommen. Aus heutiger Sicht aber nie mehr als unzusammenhängende und sporadische Berieselung. Aber immerhin mit Flair. Wenn man weiß, was auf einen zukommt... 

Folterkleist'

Fazit: ein typischer (später) Lenzi... sleazy, plump, kopiererig... aber auch irgendwie fluffig und dösig wegzucken. Voller Spinnweben, Gore und Quatsch. Und Synthies. Zumindest als Italo-Grusel-"Gourmet" allemal okay.

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