Polizist Kim wird nachdem er zu viele Strafzettel ausgestellt hat vom hektischen Seoul in ein vermeidlich ruhiges Bergdorf versetzt. Dort hat es schon seit 1998 keine Straftat mehr gegeben. Gerade zu diesem Zeitpunkt beginnt jedoch eine mysteriöse Serie von Verbrechen. Es werden Leichen vom örtlichen Friedhof entführt und Menschen verschwinden. Diese werden kurz darauf in Einzelteile zerlegt gefunden. Nachdem sich herausstellt, dass ein Raubtier die Taten begangen hat, beschließt die örtliche Polizei die Hügel um das Dorf abzusperren um die Bevölkerung zu schützen. Dies läuft jedoch den Plänen des Bürgermeisters und eines Geschäftsmannes entgegen, welche gerade jetzt die in den Hügeln angebauten Früchte ernten und gewinnbringend wollen. Die beiden setzten sich letztlich gegen den Polizeichef durch. Während der Ernte kommt es jedoch zu einem weiteren Todesfall. Um die Gefahr endgültig zu beseitigen wird ein professioneller Wildjäger mitsamt finnischer Unterstützung herbeigerufen, der auch nach kurzer Zeit ein sehr großes, totes Wildschwein präsentiert. Es stellt sich jedoch heraus, dass es sich bei dem toden Tier nur um das Weibchen des eigentlichen Übeltäters handelt. Dieser fällt prompt während eines Festes in das Dorf ein um blutige Rache an den Bewohnern zu nehmen. Daraufhin beschließt ein bunt zusammengewürfelter Haufen das Wildschwein zur Strecke zu bringen. Darunter auch Polizist Kim der seine in den Hügeln verscholle Mutter sucht.
Mit dem Tierhorrorfilm „Keiler“ inszenierte Regisseur Shin Jeong-won nach „To catch a Virgin Ghost“ seinen zweiten abendfüllenden Spielfilm. Obwohl die Geschichte nicht wirklich durch Innovationen glänzt (der erste Teil des Films erinnert sehr stark an Spielbergs „Der weiße Hai“, die Jagt selbst besteht aus Versatzstücken anderer Filme) hebt sich der Film durch seinen Humor und die durchweg schrägen Charaktere positiv hervor. So zum Beispiel die Mutter von Polizist Kim, die sich auf alles stürzt was auch nur im Entferntesten an Essen erinnert, ein cholerischer Polizeichef der gerne auch Mal seine Mitarbeiter mit einem Schlagstock verprügeln möchte oder der Ermittler aus der Stadt, der hier und da mal eine Kleinigkeit mitgehen lässt. Eine weitere interessante Randfigur ist die in den Hügeln wohnende verrückte Frau, die von ihren „Adoptivkind“ unbedingt Mama genannt werden möchte und vor der die Protagonisten sogar noch mehr Angst haben, als vor dem totbringenden Keiler. Auch absonderliche Situationen gibt es zuhauf. Ein Beispiel: Um den Tod des vermeidlichen Mörderwildschweins zu feiern, wird eine Hip-Hop – Gruppe engagiert mit der die vor allem aus älteren Leuten bestehende Dorfgemeinschaft aber so wirklich gar nichts anfangen kann. Die Gesichter dazu sind göttlich!
Was Spannung und vor allem Action betrifft wird damit vor allem in der zweiten Hälfte des Films nicht gegeizt. Das 2 Meter große Wildschwein selbst ist gut animiert und ab und zu auch komplett zu sehen.
Insgesamt ist der Film ein großer Spaß und sehr gute Unterhaltung. Meine Wertung: 7,5