In dieser Zeitlinie ist Godzilla seit seinem ersten Angriff 1954 verschwunden und taucht erst in der heutigen Zeit wieder auf. B-Filmerin Yuri, Tochter von Commander Tachibana, der von 1954 ein Trauma davongetragen hat, findet unter anderem mithilfe eines alten Zausels, der im Wald wohnt, heraus, dass Godzilla die Seelen der tausenden von Toten in sich vereint, die damals bei den Seeschlachten im Pazifik gestorben sind, und aus lauter Hass Japan zerstören will. Doch zum Glück gibt es drei "Schutzmonster", nämlich Baragon, Mothra und King Ghidorah, die erwachen, um Japan vor der radioaktiven Riesenechse zu bewahren...
Ich bin schlicht und einfach begeistert von diesem Werk. Shusuke "Gamera-Trilogie" Kaneko hat hier einen Godzilla-Film geschaffen, der mich sowohl von der monströsen als auch von der menschlichen Seite her vollstens überzeugt hat:
Die Monster tauchen zwar erst nach fast vierzig Minuten in ihrer vollen Pracht auf (auch wenn es zuvor immer wieder mal einen kurzen andeutenden Blick gibt), in der restliche Stunde vergeht aber kaum eine Minute, ohne das eines der Urviecher Screenpräsenz hat. Die Monstersuits sind sehr gut gelungen: Gefallen hat mir vor allem Godzillas Äusseres, das sich anscheinend stark am Designs seines allerersten Auftritts orientiert, er wirkt richtig schön evil. Baragon mit seinen Segelohren sieht etwas belustigend aus, ist aber dennoch ein cooles Vieh.
Die Action ist vom Feinsten: Die Ungeheuer lassen es ordentlich krachen wenn sie sich gegenseitig eins auf die Birne geben (da wird heftig zugelangt, gebissen und gelaserstrahlt) oder wenn sie die fantastischen Modellsets (beeindruckend detailreich und realistisch) in ihre Einzelteile zerlegen, nicht zuletzt der auslandende Einsatz von Pyrotechnik lässt einem die Augen übergehen. Bis auf ein paar vereinzelte leicht misslungene CGIs (die meisten Computeranimationen sind aber in Ordnung) können die Effekte jedenfalls überzeugen.
Auch die "Substory" um die menschlichen Protagonisten findet mein Wohlwollen: Sowohl Tachibana als auch seine Tochter funktionieren als Charaktere, mit denen der Zuschauer mitfiebert und mitfühlt (so wird es auch Anfangs nicht langweilig, wenn die Monster grösstenteils noch durch Abwesenheit glänzen). Man kann sich mit den Schauspielern identifizieren, keiner von denen geht einem auf die Nerven, man muss sich nicht einmal mit einem "Kenny" (diese nervigen Gören, die öfters mal in japanischen Monsterfilmen auftauchen) herumschlagen.
Die Inszenierung ist flott, die Dramaturgie funktioniert hervorragend, nicht zuletzt weil Godzilla glaubwürdig als echte Bedrohung rüberkommt, die um jeden Preis ausgeschaltet werden muss. Langeweile kommt dadurch keine Sekunde auf.
Die Story: Mir gefällt , wie diese leicht ins Mythische abdriftet. Zudem wird hier für einen Godzilla-Film erstaunlich wenig Blödsinn verzapft; wenn man die Grundprämisse mal akzeptiert, macht das Drehbuch sogar richtiggehend Sinn! Natürlich: Weshalb die ruhelosen Seelen Godzilla zur Inkarnation ausgesucht haben, warum die Gigantoechse grad nach fünfzig Jahren wieder auftaucht oder was genau nun der Hintergrund der "Schutzmonster" ist, wird nicht erklärt, dennoch ist GIANT MONSTERS ALL-OUT ATTACK einer der intelligentesten Godzi-Auftritte, die ich kenne.
Fazit: Ein fantastischer Kaiju Eiga, der nicht nur aus Trashologen-Sicht, sondern auch als ernstzunehmender Film überzeugt und bei dem sowohl die Monsteraction als auch die menschliche Seite stimmt. Schlagt mich und gebt mir Tiernamen, aber ich glaube, das ist gar der beste Godzillafilm überhaupt, den ich bisher gesehen habe...