Master P. gehört sicher zu den bekanntesten und erfolgreichsten Hip Hop-Produzenten aller Zeiten und hat sich einen wichtigen Platz in der Geschichte dieser Musik erarbeitet. Zudem war er einer der ersten Rapper die das Medium Film für sich zu nutzen wussten, heute ist es ja geradezu üblich für jeden Szene-Star mehr oder weniger halbherzig eine Zweitkarriere als Schauspieler als Eigenwerbung zu gebrauchen.
Primär ist „Da Game of Life“ eine Hommage an die Gangsterfilme von Martin Scorsese und Brian de Palma. Großes Vorbild ist „Carlitos Way“ von dem sogar die wesentlichen Züge der Geschichte offenkundig entliehen sind Doch auch Filme wie „Casino“ und natürlich auch „Scarface“ werden ausgiebig zitiert und daraus macht keiner der Beteiligten einen Hehl. „Da Game of Life“ kommt einem schon fast vor wie eine liebevolle Huldigung an die großen Gangsterfilme, die immerhin einen starken Einfluss auf die Hip Hop Kultur haben.
Technisch kann man eigentlich gar nicht meckern: Mit sichtlich üppigem Budget kann sich Master P. hochwertige Kulissen und eine edle Ausstattung leisten. Kein Wunder wenn man bedenkt wie viel Kohle die Hauptbeteiligten allesamt doch haben. Da überrascht es nicht, dass die Ästhetik durchaus annehmbar ist und einem langen Musikvideo gleicht.
Snoop Dogg ist in der Hauptrolle optimal besetzt und kann sogar schauspielerisch halbwegs überzeugen. Seine lockere Art und Unverkrampftheit gepaart mit unverwechselbarem Charisma reichen für diese Rolle absolut aus und Snoop trägt den gesamten Film. Der Rapper C-Murder ist in einer Nebenrolle zu sehen, ansonsten gibt es überraschend wenig Gastauftritte von Musikern.
In welche Richtung der Soundtrack geht dürfte klar sein, ausschließlich Gangsta-Rap bestimmt ausschließlich die klangliche Untermalung. Doch auch die versierte Originalmusik von Tommy Coster kann überzeugen.
Die etwas mehr als dreißig Minuten Laufzeit vergehen sehr rasch, der Unterhaltungswert ist ziemlich hoch. Man sollte schon etwas übrig haben für stilisierte Gewalt und Verherrlichung allgemeiner Kriminalität, trotz des ernsten Grundtons handelt es sich bei „Da Game of Life“ absichtlich nicht um seriöses Kino sondern einfach um einen Film der von einer Gruppe guter Bekannter (allesamt gut betucht) aus einer Laune heraus inszeniert wurde. Diese Tatsache wertet das Werk aus künstlerischer Sicht natürlich ab, als Unterhaltungsfilm für zwischendurch gewinnt „Da Game of Life“ gerade durch den fehlenden Anspruch.
Fazit: Wer hohe Filmkunst erwartet sollte sich ganz klar nach etwas anderem umsehen, für Fans allerdings Pflichtprogramm. Auf jeden Fall ist „Da Game of Life“ der bisher beste Film von Master P., was allgemein natürlich nicht viel heißt.
06 / 10