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Jon Bon Jovi spielt einen Vampirjäger, der versucht einen weiblichen Vampir zu töten, der ein Mittel finden will, mit dem die Vampire auch bei Tageslicht aktiv werden können. Erst versucht er sich allein durchzuschlagen, aber dann findet er nach und nach ein Team aus Amateuren, die mit ihm arbeiten wollen.

Und wieder ein Beispiel für den rasanten Abstieg der Horror-Ikone John Carpenter, der mit Kultfilmen und Meisterwerken wie "Das Ding aus der anderen Welt", "Die Klapperschlange", "Halloween", "The Fog" und "Christine" zu einem der besten und gefragtesten Regisseure überhaupt aufstieg und anschließend zunehmend schwächere Filme wie "Ghosts of Mars" in die Kinos brachte und sogar begann mit diversen Remakes, wie zum Beispiel von "The Fog" oder absolut überflüssige Fortsetzungen zu seinen Klassikern, wie "Flucht aus L.A." eben diese, seine Meisterwerke im Nachhinein noch zu verpfuschen. Und zwischen diesen, seinen Jahrhundertflops witterte er mit seinem soliden Vampir-Horror-Streifen mit dem einfallsreichen Titel "Vampire" endlich noch einmal Morgenluft, aber statt es einfach dabei zu belassen, meinte Carpenter mal wieder, ein Sequel herausbringen zu müssen, auch wenn er die Regie an Tommy Lee Wallace, der z.B. mit "Halloween 3" und "Es" in Erscheinung treten konnte, übertrug. Leider ist der Film bei Weitem nicht so gut, wie sein Vorgänger, was in diesem Fall vor allem auf die Story zurückzuführen ist. Mittlerweile hat man sich an stereotype und vorhersehbare Storys im Horror-Genre gewöhnt, aber diese ist wirklich eine Frechheit, ist bis ins kleinste Detail vorherzusehen. Die absolut flache Handlung bietet nichts Neues und ist offensichtlich vom Original übernommen. Die einzelnen Hauptfiguren bleiben dabei ungeheuer blass und damit fehlt auch der emotionale Zugang zum Film.

Die Inszenierung ist leider ähnlich lieblos, wie die Story und kann ebenfalls kaum fesseln. Auch hier gibt es kaum innovative Ideen und damit langweilt der Film über weite Strecken. Darüber hinaus kann durch die unauffällige Filmmusik keine gespannte Atmosphäre aufgebaut werden und auch ansonsten können die Musik- und Ton-Effekte nicht schocken. Das Erzähltempo ist sehr hoch, für Charakterkonstruktion bleibt überhaupt keine Zeit und auch ansonsten ist der Film dramaturgisch sehr ungeschickt aufgebaut und ist damit ungeheuer kurzweilig. Immerhin ist die Kulisse am Ende einigermaßen düster und die Effekte sind auch ganz ordentlich gemacht, dafür, dass der Film nicht einmal eine Kino-Premiere feiern konnte. Blutig ist der Film kaum (Ist ja nicht um sonst nur FSK ab 16) und damit bietet er neben ein paar ganz solide gemachten Stellen nichts als gepflegte Langweile.

Jon Bon Jovi, der den Film sowieso nicht mehr schlechter machen konnte, ist dafür, dass er eigentlich als Rock-Star bekannt geworden ist, ordentlich und spielt deutlich besser als zuletzt in "U-571" und "Das Glücksprinzip" und passt mit seiner todernsten, kantigen und doch irgendwie coolen Art in die Rolle des Vampir-Jägers. In den Jagd-Szenen und den Action-Szenen kommt er damit sehr gut zu Recht, in den, im Ansatz emotionale Szenen wirkt er aber ein bisschen unbeholfen. Der übrige Cast ist ebenfalls solide und damit das einzige am Film, was ihn nicht wie ein billiges B-Movie aussehen lässt, wobei vor allem Arly Jover als Vampirin einen hervorragenden Eindruck hinterlässt.

Fazit:
Mit einer schwachen Story und einer lieblosen Inszenierung ist "Vampires: Los Muertos" ein schwacher Horror-Film, der nichts als gepflegte Langweilige bietet und lediglich durch einen soliden Cast positiv auffällt.

38%

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