Review

Tommy Lee Wallace (Stephen King's Es), der schon mit "Halloween 3" eine Fortsetzung eines John Carpenter-Klassikers verbockt hat, präsentiert uns nun mit "Los Muertos" eine mittelmäßiger Fortsetzung von "John Carpenters Vampire".

Mexiko: Vampir-Hunter Derek Bliss (Jon Bon Jovi) baut aus verschiedenen Personen eine Jagdgemeinschaft zusammen, um der scheinbar unbesiegbaren Vampirmeisterin Una (Arly Jover) Herr zu werden, die Tag und Nacht gleichermaßen beherrschen will...

Statt James Woods sehen wir hier Jon Bon Jovi (U-571), der mit Pflock-Puste und Katana-Schwert Jagd auf die Blutsauger macht. Leider läuft er den ganzen Film etwas blass und lustlos durchs Bild. Warum hat mans nicht bei James Woods belassen? Wenns schon ein Musiker sein sollte, warum nicht solche Kaliber wie LL Cool J, Fred Durst oder Eminem? Arly Jover (Imposter), die schon in "Blade" die blonde Vampir-Bumsnudel von Deacon Frost spielen durfte, übernimmt hier gleich den Chef-Posten. Für diesen Posten ist sie jedoch etwas untauglich, da sie nicht eine solche Präsenz wie Thomas Ian Griffith oder Stephen Dorff besitzt. Den Rest der Vampir-Hunter kann man getrost in die Tonne kloppen. Denn wer nimmt einem Latino namens Cristian de la Fuente (Driven) den falschen Hirten Gottes und einem etwas jüngeren Latino namens Diego Luna (Dirty Dancing 2) den harten Vampirjäger ab? Nix gegen Latinos, denn erneut ist es der Quoten-Schwarze der, der dem Faß den Boden raushaut. Und Natasha Wagner (Düstere Legenden) nervt irgendwie nur.

Okay... die Action kann teilweise überzeugen und auch einige blutige Sequenzen kommen im Film vor. Doch Action- und Splatter-Effekte sind ja bekanntlich nur die halbe Miete. Der Rest wird von dem fast 1 zu 1 vom Original kopierten Drehbuch und einigen untalentierten Darstellern sowie massenweise auftretenden Logiklöchern verhauen. Ich kann mir z.B. beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein Vampir-Hunter (mag er nun weiß oder schwarz sein) nachts draußen pennen will, obwohl er wissen müsste, dass Vampire vor allem in der Nacht aufkreuzen können. Der Anfang des Films war noch viel versprechend, doch desto kompletter der Trupp um Bliss wurde, desto banaler und langweiliger wurde der Film. Da ist, wie gesagt, der Quoten-Schwarze mit seinem machohaften Auftreten und seinem Vampir-Blowjob. Diesen Charakter hätte man sich wirklich sparen können. Und die Vorgehensweise der Vampire ist auch leicht vorausschaubar, da sie eigentlich die Taten der Vampire aus Teil 1 nur wiederholen. Die mexikanische Wüste als Logation geht eigentlich in Ordnung, wenn man diese nicht schon im Original und in "From Dusk Till Dawn" gesehen hätte. Hier wäre demnach ein Tapetenwechsel angebrachter gewesen. Wie wäre es denn mal mit Vampiren im Dschungel a'la "Predator" oder Vampiren in der Antarktis?

"Los Muertos" gehört zu jenen Fortsetzungen, von denen man sich eigentlich mehr erwartet hätte.

Details
Ähnliche Filme