Wenn ich "Pandorum" mit einem Wort beschreiben müsste, würde dabei rauskommen: "Wirr".
Und nach dem Ansehen bekomme ich irgendwie nicht das Gefühl los, dass trotz guter Grundkonstellation ein Haufen Potential verschenkt wurde.
Dabei fängt er so gut an: Man bekommt an plausiblen Rechnungen im "Weltall-Screensaver" erklärt, dass wir heute um die 7 Milliarden Menschen auf der Erde leben haben. 200 Jahre später sollen es ca. 24 Milliarden sein, Mutter Natur stönt, und auch die für uns wichtigen Ressourcen sind aufgebraucht, so dass man das Raumschiff "Elysium" dank der Technik, die wir heute noch nicht kennen, zum entfernten Planeten Tanis, einem fast erdähnlichen Planeten schickt, um die Existenz der Menschheit zu sichern. Dummerweise gibt es anno 2200 immer noch keine "Beam-mich-mal-da-hin"-Methode und so dauert der Flug 123 Jahre. Auf 5 Teams aufgeteilt, soll jedes Team zwei Jahre "auf Board" arbeiten, um danach 8 Jahre in den Hyperschlaf hineinzufallen (während die anderen vier Schichten malochen), um nicht zu altern.
Der Zuschauer wird in dieser langen Reise ohne viel Hintergrundwissen mit der fünften Mannschaft hineingeschmissen, wobei man zweifelsohne feststellt, dass die Kacke mächtig am Dampfen ist. Mit Gedächtnisverlust wachen Payton (Dennis Quaid) und sein unterrangiger Offizier Bower (Ben Foster) auf und stellen fest, dass hier nichts ist, wie es sein soll. Das ganze Schiff läuft mit Notstromaggregaten, scheinbar scheint außer Ihnen niemand sonst noch anwesend zu sein und sie kommen aus Ihrem Raum nicht raus. Während der Captain (Quaid) probiert, das Schiff wieder unter Kontrolle zu bringen, versucht Bower sich einen Weg durch die Lüftungsrohre zu erarbeiten, um den Reaktor wieder in Betrieb zu setzen. Und nach und nach kommt er dem wahren Grauen auf die Spur, dass hier mächtig etwas schiefgelaufen ist...
Das hört sich gut an, ich würde nach dieser Inhaltsangabe auch selber einen Blindkauf machen, jedoch bin ich froh, dass ich mal gerade dass Geld im Wert einer Currywurst für den Verleih ausgegeben habe.
Natürlich fängt das Teil total geil an, allerdings gibt es im kompletten Mittelteil eigentlich nicht viel positives zu berichten. Da beide Piloten unter Gedächtnisverlust leiden, bekommt der Zuschauer geschickt auch immer nur das vermittelt, was man unbedingt wissen muss, um einen Schritt vorausdenken zu können. Jedoch wirkt "Pandorum" mit zunehmender Zeit immer abstruser. Der Part, den Dennis Quaid erfüllt, ist bis zum Schluss nachvollziehbar - schließlich ist "Pandorum" eine Krankheit, die wir heute noch nicht kennen. Sie wird einer Psychose gleichgesetzt und wird auf die psychischen Krankheiten eines langen Fluges in völliger Isolation definiert.
Doch den Hauptanteil der Story macht die Reise von Bowers aus, der die tiefen Abgründe des Raumschiffes erkunden darf. Und da hört "Pandorum" leider auf, für mich als ernsten Film betrachtet zu werden. Das sind zwei Punkte die so defintiv ins Gewicht fallen, dass der Film als unbrauchbar erscheint. Zum einen sind das die unterwegs aufgegabelten Charaktere, die nicht nur durch unlogische Handlungen glänzen. Nein, sie wirken auch total übertrieben. Eine Kampfamazone und ein Japaner gesellen sich zu Bower´s Runde - abgerundet wird das von einem kannibalistisch veranlagtem Koch. Anstatt dass sie zusammenhalten, probieren sie sich erstmal gegenseitig die Fresse zu polieren. Warum? Weiß keiner so genau.
Egal, das reicht noch nicht aus, denn der zweite Punkt sind die Monster: Ich habe selten eine Film gesehen, in dem man degenerierte, menschenfressende Fleischbällchen besser hätte weglassen können, als in diesem Beispiel. Meine Fresse, das fühlt sich schon beinahe an wie "Descent" im Weltall.
Viel Zeit verbringen unsere Überlebenden damit, vor den Mutanten wegzurennen, schließlich kündigen sie sich immer durch Rambo´s blaues Licht an und sind schwer zu besiegen. Aber, who the Fuck braucht diese dämlichen Dinger bei so einer geilen Story?!?.
Und jawohl, so folgt man diesem Plot, der bei mir Dünnschiss hervorruft, bis zum Finale, und - oho - man staune, dann doch noch den Film gerettet hat. Zumindest vor einer Total-Gurke.
Für Kino-Tüftler, die in jede Story was hineininterpretieren wollen, ist dieser Film ein gefundenes Fressen für die Hirnzellen. Mich lies "Pandorum" kalt. Wie oben bereits erwähnt, in meinen Augen wurde ein Haufen Potential verschenkt.
4/10