Review

kurz angerissen*

Stars und Überlebensgröße wollte man sehen, als die Große Depression wütete. Der Realität eben entfliehen, ob nun in Unterhaltungsetablissements, an der Bar oder im Kino. Die größte Errungenschaft des Oscargewinners von 1932 ist fraglos seine damals ungewöhnliche Allstar-Konstellation. Greta Garbo, Joan Crawford, die Barrymore-Brüder John und Lionel und viele, viele andere in einer Produktion vereint – was musste das für ein schöner Ort gewesen sein, an dem so viele Stars zueinander fanden.

Der Romanvorlage gemäß versammeln sie sich zu einer Zeit an einem Ort und gehen vor dem Abspann wieder auseinander. Der Stoff löst sich nicht vollständig von der Realität, wie etwa „King Kong und die weiße Frau“ ein Jahr später, aber er behält sich Eskapismus in dem Sinne vor, dass er tröstlichen Einblick in eine feudale Mikrokultur gewährt, einen exklusiven Zugang, der einem gewöhnlichen Arbeiter im wahren Leben nicht vergönnt ist. Der große Auftritt ist freilich der Garbo vorbehalten, doch den dahingehend wichtigsten Part spielt vielleicht Lionel Barrymore, dessen Rolle mit dem Hauptteil der Bevölkerung eine Herkunft teilte und somit als Identifikationsfigur taugte.

Die Handlung mäandert, flott geschnitten und von smarten Humoreinlagen durchsetzt, leise vor sich hin, um als Pointe auf nichts Besonderes hinauszulaufen, doch gerade aus dieser Tatsache lässt sich der größte Trost ziehen: Das offensichtliche Unterhaltungstheater birgt auch keinen Sinn, der über jenen der Wirklichkeit hinausgeht, sondern allenfalls ein Vorbild dafür, das eigene Schicksal locker zu nehmen.

*weitere Informationen: siehe Profil

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