Ich hatte mir im Vorfeld natürlich schon einige Gedanken gemacht wie der Film sein könnte, doch mit dem letztendlichen Ergebnis habe ich dann doch nicht gerechnet. „Damage“ entpuppt sich nämlich als fast reinrassiges Drama mit einigen Fights. Und das war nun wahrlich nicht das was ich sehen wollte.
Steve Austin ist John Brickner der im Gefängnis sitzt weil er bei einem Kampf jemanden zu Tode gewürgt hat. Es war Notwehr, aber trotzdem wurde er verurteilt. Die Frau des Toten sorgt aber dafür dass er frühzeitig entlassen wird. Aber nicht ohne Hintergedanken. Denn ihre Tochter braucht eine Herztransplantation und Brickner soll sich nun darum kümmern das er das Geld für die Operation zusammen bekommt. Das klappt natürlich nicht mit sauberer, harter Arbeit und so kann er von Glück sagen das er den windigen Untergrundfightpromoter Reno (Walter Googins „The Shield“) kennen lernt und er so sein Geld mit den Fäusten verdienen kann.
In „Damage“ wird wirklich jedes Problem der Welt hineingebracht. Die Herzoperation, ein Selbstmordversuch der Mutter, Glauben, das Desinteresse des Bewährungshelfers (sorgt für ein paar nette Szenen, da Austin immer verbeulter auftaucht), Arbeitslosigkeit, Geldschulden bei Unterweltgrößen, Schuld und Sühne und noch mehr. Der Film ist Überladen mit Problemen und da wir es hier aber nicht gerade mit einem Independent Drama und Oscaranwärter zu tun haben, funktionieren diese Drama Elemente meist gar nicht, sondern entwickeln eher eine gepflegte Langeweile. Vor allem weil Steve Austin wahrlich kein Charakterdarsteller ist. Stone Face Steve Austin wäre für diesen Film eher ein guter Spitzname. Egal in welcher Situation er sich gerade befindet, er verzieht keine Miene. Nur kurz tauchen Emotionen wie ein Grinsen oder Wut auf. Natürlich ist er ein „Typ“ und in „The Condemned“ hatte er mir in der Hauptrolle gut gefallen, aber hier ist er absolut überfordert. Auch die Nebendarsteller reißen es hier nicht heraus. Vor allem Walter Googins nervt hier mit seiner aufgedrehten art. Das hat in der Serie „Shield“ viel besser funktioniert, während Laura Vandervoort („Smallville“, „Into The Blue 2“) sich noch relativ unauffällig aus der Affäre zieht.
Gekauft hatte ich mir den Film natürlich wegen den Actionszenen, doch diese spielen eher eine untergeordnete Rolle. Die Aufmachung der Fights erinnert übrigens frappierend an den Van Damme Film „Leon“. Erst sieht man 2-3 Kämpfe, dann gibt es einen Zusammenschnitt mehrerer Schlagabtausche mit Musik unterlegt (selbst einen Kampf in einen leeren Pool) und dann noch einmal zwei größere Auseinandersetzungen. Das ist nicht viel bei einer Laufzeit von 106 Minuten. Die Kämpfe selbst sind auch nicht gerade das gelbe vom Ei. In einer Zeit indem MMA hoch angesagt ist und Filme wie „Undisputed 2“ oder „Blood and Bone“ die Messlatte ziemlich hoch gelegt haben, wirkt „Damage“ wie ein altes Relikt. Es sind Hauptsächlich Faustkämpfe („Fist Fighter“ hat es damals ähnlich gemacht, aber dort waren die Fights besser eingefangen wurden) von großen Muskulösen Bergen denen dadurch jegliche Rasanz fehlt. Davon mal abgesehen dass die Choreographie wirklich nichts besonders darstellt. Ich bin sicherlich ein Fan von 80er Jahre Action, aber heute muss man sich schon etwas mehr einfallen lassen um das Actionpublikum hintern Ofen vor zu holen. Hier macht Steve Austin die beste Figur wobei das plumpe aufeinander Einschlagen nun auch nicht schwer fällt. Immerhin spritzt mal etwas Blut, aber der Härtegrad ist nun auch nicht gerade sehr hoch(natürlich höher als bei so was wie „Never Back Down“).
Sonst sieht der Film ordentlich aus und Jeff King inszeniert den Streifen gänzlich entfernt von der Schnittkatastrophe „Kill Switch“ und beweist nach „Driven To Kill“ das er ein vernünftiges Händchen hinter der Kamera hat. Leider hat keiner eine Chance gegen das merkwürdig überambitionierte Drehbuch von Frank Hannah (immerhin Drehbuch Autor von „The Cooler“!) anzukommen. Zu viele Nebenplots, zu viele Klischees (auch wenn die Macher im Making Of von neuen Ideen sprechen), zu viele Zufälle und merkwürdige Handlungen der Protagonisten bremsen das Tempo akut aus lassen einen das Ende herbei sehen. Da gehen witzige Ideen wie der Ring bei dem Hunde die Abgrenzung sind und gleich zubeißen wenn ein Kämpfer ihnen zu Nahe, kommt komplett unter. Und da nicht einmal die Fights genug Schwung haben, bleibt am Ende ein misslungener Genremix aus Drama und Action bei dem tatsächlich das Drama im Vordergrund steht. Was für ein Drama.