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Eine außerirdische Zivilisation empfängt den Gesang eines Russen. Sie entsenden ein Raumschiff, das aber aufgrund eines technischen Defekts notlanden muss. Die Menschheit schickt das Raumschiff „Ozean“ zur Rettung. Auf dem Mars-Mond Phobos findet die sowjetische Besatzung nur eine Überlebende des fremden Schiffs. Um sie zu retten, steht die Crew vor schwierigen Entscheidungen.


Begegnung im All präsentiert sich in der DEFA-Synchro als historisch interessanter, aber narrativ arg merkwürdiger Sci-Fi-Film. Die Idee, dass ein außerirdisches Schiff notlanden muss und die Menschen zu Hilfe eilen, klingt eigentlich nicht übel. Dieser etwas andere Ansatz wird jedoch einfach viel zu holprig erzählt. Die Handlung wirkt sprunghaft und wirr, als würden Szenen aneinandergereiht und nicht organisch entwickelt. Die aufgestellten Konflikte lösen sich nicht befriedigend und Drama will hier kaum zünden. Auch die mysteriöse Traum-Komponente am Schluss verstärkt eher das Gefühl narrativer Beliebigkeit. Dass die sowjetische Bevölkerung über gigantische Bildschirme ungefilterte Informationen live aus dem All erhält, sorgt zudem für milde Erheiterung.

Die DEFA-Synchronisation ist technisch solide. Die Stimmen sind passend, aber die Atmosphäre ist einfach viel zu sachlich. Dadurch verlieren gerade emotionale Momente jegliche Wirkung. Dramatische Höhepunkte kommen nicht wirklich an, weil die Motivation mancher Figuren unklar bleibt. Selbst die Tränen einer Frau verdunsten im emotionalen Nichts. Die Geschichte wird über weite Strecken von einem Off-Kommentator erläutert, was der kühlen, oft zähen Erzählung den Charme eines Ausbildungsvideos für Kosmonauten verleiht.

Regie und Kameraarbeit setzen den Weltraum ambitioniert in Szene. Für einen Film von 1963 sind Modellaufnahmen, matte‑paintings und technische Darstellungen durchaus beachtlich. Hingegen wird Spannung, falls überhaupt, eher technisch erzeugt. Auf emotionaler Ebene versagt man hier völlig. Es passiert zwar einiges, aber nichts will richtig packen. Selbst der Versuch menschlichen Dramas im Finale versandet im Staub des Mars. Die Monologe des Off-Sprechers wirken zudem oft pädagogisch und erzeugen nur öde Längen statt Kurzweil.


Begegnung im All ist ein historisch interessantes Stück sowjetischer Sci-Fi, das vor allem durch die Weltraum-Kulissen punktet. Die Story bleibt aber oft unlogisch, schwer fassbar und ein dramaturgisches Nichts. In der DEFA-Synchro erreicht das Ganze stellenweise eher das Niveau eines nüchternen Lehrfilms als das eines stringent erzählten Films. Ein Film für Genre-Fans und Filmhistoriker, aber definitiv nicht für den Mainstream geeignet.

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