Review

Auch beim Syfy gehen den Machern die Ideen aus und so schickt man ein Team in die Wüste, um zwischen Terror und „Tremors“ ein wenig Sand aufzuwirbeln.
Die Idee ist zwar brauchbar, die Umsetzung aber größtenteils zu belanglos ausgefallen.

Obgleich in den ersten Minuten ordentlich geballert wird, denn wir befinden uns mit einigen Marines in Afghanistan, wo es zum Gefecht mit den Taliban kommt. Die Truppe wird gefangen genommen, doch plötzlich verschwinden die bösen Wichte, als die Erde zu beben beginnt: Dreißig Meter lange Riesenwürmer haben die Jagd auf alles eröffnet was sie hören…

Nach den ersten Gefechten kommt die Geschichte nur zäh in Gang und versäumt eine tiefer gehende Charakterisierung. Wir haben den Befehlshaber, einen weiblichen Captain, einen gereizten Querschläger und zwei Farbige, welche auffälligerweise gleich zu Beginn ins Gras beißen. Später gesellt sich noch ein Einheimischer mit kleiner Tochter hinzu (warum schleppt er sie mit, anstatt sie bei den Frauen zu lassen?), während das Geschehen in eine Mine verlagert wird, einem unterirdischen Labyrinth, bei dem der Eindruck entsteht, dass die Gruppe einige Gänge und Türen dutzendfach passiert.

Ohnehin herrscht ein merklicher Mangel an Action. Hier und da uneffektives Geballer auf die Ungetüme, einige Handgranaten und Sprengsätze und ansonsten Verstecken, Ausharren und vorsichtiges Erkunden. In unregelmäßigen Abständen tauchen ein paar Taliban auf und in zwei Fällen werden familiäre Hintergründe erläutert, doch so richtig spannend gerät das Treiben zu keiner Zeit. Auf atmosphärischer Ebene erscheint die Kulisse hingegen kaum markant: Wüste, vereinzelte Steingebäude und eine Höhle verleihen zu wenig Abwechslung, obgleich im letzten Drittel ein brauchbares Tempo herrscht und zwischen Ablenkung durch Granaten und einem Staffellauf zum vereinbarten Treffpunkt endlich etwas Schwung in die Bude kommt.

Die Riesenwürmer sind von der Gestaltung her brauchbar ausgefallen, was aufgrund des simplen Körperbaus und den wenigen Bewegungen auch nicht allzu anspruchsvoll ausfällt.
Hinzu kommen passable CGI wie einige Explosionen und angemessenes Make-up für die wenigen Fälle von Verletzungen oder Ableben.
Kameratechnisch als auch von der musikalischen Untermalung her sind keine Auffälligkeiten zu verzeichnen, gleiches gilt für die Darsteller, von denen weder jemand positiv hervorsticht, noch aufgrund unglaubwürdiger Performance aus dem Rahmen fällt.

Selbstverständlich schleichen sich vermehrt Logiklöcher in die Handlung. Wovon haben sich die Würmer über Jahrhunderte unter der Mine ernährt, warum müssen die Typen ihre Schusswaffen nie nachladen, warum hat niemand ein Handy dabei und wer setzt Pickups irgendwo in der Wüste ab und vergisst sie dort offensichtlich?
Genauer betrachtet ist es sogar reichlich doof, dass die mutierten Kreaturen zwar von Handgranaten verletzt oder getötet werden können, aber unzählige Gewehrsalben scheinbar völlig wirkungslos bleiben.
Am Ende wundert man sich schon kaum mehr über dumme Handlungsweisen der letzten Überlebenden, die sich nicht sonderlich erschrecken, als ein Black Hawk von einem Wurm verschluckt wird.

Tierhorror der etwas eindimensional faden Art liefert dieser Streifen in allen Belangen.
Lange Zeit fehlt ihm ein angemessenes Tempo, es kristallisiert sich kaum eine Identifikationsfigur heraus und der Bedrohung fehlt der entscheidende, explizite und zum Mitfiebern einladende Biss.
Eine reichlich müde Mischung aus Wurmbedrohung und Terrorkampf, kann man so nebenher sehen oder direkt auslassen.
3,5 von 10

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