Review

Freunde des schlechten Geschmacks, Pete Walker war hier!
Und er hat ein Thema verbraten, was vor ihm und nach ihm noch diverse andere aufgegriffen und verbraten haben, nicht zuletzt Michele Soavi in seinem berühmten "Aquarius - Theater des Todes".
Dazu braucht man nur eine Gruppe von jungen Nichtgesichtern in ein halbverfallenes Theater zu schleusen, sie dort proben zu lassen und dann bringt man sie einfach um.

Leider ist Walker nicht Soavi und 1972 war kein gutes Jahr für den britischen Horrorfilm. Deswegen wird sich hier auf das Wesentliche konzentriert und das ist nicht eben spannende Dramaturgie und Handlung.
Stattdessen gibt es reichlich Möpse und Popos zu bewundern und einmal (jeeehaaah....) sogar einen dicken Dödel.

Der Plot stirbt derweil leider in einer stillen Ecke, während die "Flesh and Blood-Show", ein experimentelles Gewürge modernen Theaters langsam zusammengetragen wird. Slasher können wir das auch nicht nennen, denn man bekommt hier nie einen Mord zu sehen, sondern immer nur das Ergebnis.

Ansonsten ist alles wie immer: die erste Leiche verschwindet, die Polizei glaubt an blöde Scherze, diverse machen sich verdächtig, die subjektive Kamera schiebt sich durch dunkle Gänge, hie und da verschwindet einer und solls natürlich gewesen sein.

Wer will, darf in jodelndes Gelächter ausbrechen, denn obwohl sich hier einige spurlos verabschieden, jemand fast vergewaltigt und anschließend auch mal umgebracht wird, proben die anderen meist tapfer weiter. Der Regisseur schaut verbissen drein und ein Filmstarlet wühlt zusammenhangslos in alten Zeitungsausschnitten, die uns die Lösung schon drei Meilen vorher ankündigen.
Aus seiner wahrhaft gruseligen Location weiß Walker leider nichts zu machen, die Handlung ist dünn, immer wieder tun sich logische Löcher auf. Das Finale kommt dann auch noch sehr plötzlich und aus dem Stand, ohne Drive, sondern mittels einer längeren Rückblende für die Zuschauer, die scheinbar schon allen Anwesenden bekannt sein soll, obwohl noch niemand auch nur einen brauchbaren Schluß gezogen hat.
Hinterher gibt's noch einen zweiten Mörder und ein dickes Fragezeichen, was nun wird.

Überdeutlich zielt der Film hier auf Tittenparade, dabei hat er mit zwei Skeletten im Keller und der Gruselumgebung reichlich Potential, aber so sprunghaft gebastelt, wie das alles aussieht, komplett mit langatmiger Minimalmusik, versandet das alles.
Und wieso ein Killer, der seinen ursprünglichen Opfern eben nicht so recht was angetan hat (außer sie gefesselt verhungern zu lassen), weil das seine Maxime ist, dann andere Akteure eben doch wegschnetzelt, bleibt außen vor. Warum die Opfer in der mäßigen Fesselung nicht stiften gegangen sind, wird auch nicht klar, denn man kann ja ein Zwischengeschoß nicht dauerhaft verschließen. Aber da die komplette Schließung des Theaters nicht begründet wird (offensichtlich war die Polizei zu doof zum Durchsuchen), muß man nach sowas gar nicht erst fragen. Da wundert es kaum, daß ein fast vergewaltigtes und erstochenes Opfer einen Tag danach frohgemut und ohne Panik in einer Kleiderkammer suchen geht, in der es finster wie im Bärenarsch ist und aus der sie dann auch noch nicht mehr lebend wieder rauskommt.
Die Schote wurde übrigens mit "The Clown at Midnight" noch mal aufgewärmt, ich verzichte hier schon! (2/10)

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