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Amanda Seyfried spielt eine belesene, fleißige Schülerin, der an ihrer besten Freundin, gespielt von Megan Fox, einige neue, finstere Facetten auffallen, nachdem diese zusammen mit einer merkwürdigen Provinzband mehrere Stunden verschollen war. Als schon der zweite Schüler der Highschool, auf der sich beide Freundinnen befinden, getötet und halb ausgeweidet gefunden wird, kommt der Musterschülerin schließlich der Verdacht, dass ihre Sandkastenfreundin hinter den Morden stecken könnte.

Nun sind Teenie-Horrorfilme nicht gerade ein Monument für den Ideen- und Einfallsreichtum Hollywoods und haben außer "Scream" kaum Werke in ihren Reihen aufzubieten, die in irgendeiner Form nennenswert wären. Mit "Jennifers Body" kommt es nun jedoch noch schlimmer als gewohnt, weswegen das Machwerk auch vollkommen zu Recht und folgerichtig auf ein Einspielergebnis von nicht einmal 20 Millionen Dollar kam.

So könnte die Story kaum schlechter sein. Der Plot scheitert dabei nicht nur an seiner Kalkulierbarkeit und daran, dass er die gängigen Handlungsbahnen des Genres zu keinem Zeitpunkt verlässt, womit "Jennifers Body" nie auf eigenen Beinen steht, sondern auch an zahlreichen Logikfehlern, angefangen bei zentralen Fragestellungen, die komplett offen bleiben, über die im Grunde überhaupt nicht konstruierten Charaktere, bis hin zu einzelnen Dialogen und Momentaufnahmen, die wohl im Vollrausch verfasst worden sein müssen. Die Idee, den Film in eine Rahmenhandlung einzubetten und so bereits am Anfang eine gewisse Spannung zu erzeugen, vermag den Film dabei keineswegs aufzuwerten, während auch der Teenie-Slang, der hier absolut krampfhaft und unnatürlich Verwendung findet, bisweilen auf die Nerven fällt. Die miese Story wäre dabei vielleicht nicht ganz so enttäuschend gewesen, wenn sie nicht von Diablo Cody stammen würde, die den Drehbuch-Oscar für Juno einstreichen konnte.

Man setzte also alles auf Megan Fox, die gewohnt sexy auftritt, sich perfekt in Szene zu setzen weiß, mit ihrem Luder-Image spielt und damit den einen oder anderen erotischen Höhepunkt liefert, auch ohne vollkommen blank zu ziehen. Während Fox in "Transformers", in dem Bay sie von Anfang an als Pin-up-Girl verwendete und in Szene setzte, durchaus eine Bereicherung für den Film war, reicht es hier in einer tragenden Hauptrolle jedoch beim besten Willen nicht. Fox, die zwar verführerisch, aber wenig diabolisch, teuflisch, geschweige denn beängstigend daherkommt, trägt den Film zu keinem Zeitpunkt, lässt dagegen zahlreiche darstellerische Defizite aufblitzen, während Amanda Seyfried zwar unauffällig spielt, aber weitestgehend fehlerlos und solide bleibt. Die übrigen Nebendarsteller bieten Durchwachsenes, wobei J.K. Simmons in einer nahezu überflüssigen Nebenrolle leider komplett verheizt wird.

Und auch inszenatorisch ist "Jennifers Body" ein absoluter Totalausfall. Karyn Kusama, die mit "Girlfight" noch eine sehr gelungene Arbeit ablieferte und anschließend mit "Aeon Flux" zumindest eine halbwegs solide, enttäuscht hier auf ganzer Linie. Narrativ wirkt der Film holprig und brüchig, während zu keinem Zeitpunkt eine düstere Atmosphäre kreiert wird und auch die Slasher-Szenen, sofern denn überhaupt eine als solche bezeichnet werden kann, kaum blutiger als beim Münchner "Tatort" ausfallen. Selbst auf einfachster Ebene versagt die Regisseurin komplett, so ist die musikalische Unterlegung an mehreren Stellen direkt unpassend, die Gags, die vermutlich auch so nicht lustig gewesen wären, absolut unbeholfen platziert und auch die Optik nicht auf Hochglanz poliert, wie man es von Genrefilmen mittlerweile eigentlich erwarten kann. Kurz um: Wirklich nichts ist sehenswert.

Fazit:
Bleibt zu hoffen, dass man sich das finanzielle Scheitern des Horrorfilms in Hollywood eine Lehre sein lässt, denn mit seiner miesen, stereotypen Story und seiner unmotivierten, lieblosen Regie ist "Jennifers Body" ein seelenloses, langweiliges, miserables Fließbandprodukt, das selbst mit einer DVD-Premiere noch zu hoch gehandelt worden wäre. Frau Fox sollte sich indes mit Nebenrollen zufrieden geben oder sich für einen Kalender ablichten lassen, weil in einer Hauptrolle dann doch mehr gefragt ist, als einfach nur gut auszusehen. In diesem Sinne: Besser nicht ansehen und auf den Megan-Fox-Kalender warten.

21%

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