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„Scary Movie“ parodiert die neuen Schlitzerfilme, allen voran Wes Cravens „Scream“, den Initiator dieses Trends.
So orientiert sich auch die Handlung an Cravens Film: Die Anfangssequenz parodiert den Beginn von „Scream“ bis in die Dialoge, welche zum Teil eins zu eins übernommen wurden. Drew Becker (Carmen Electra) wartet auf ihren Freund, um sich einen Film mit ihm anzusehen. Doch ein maskierter Killer ermordet sie nach einem Telefongespräch. Bei „Scary Movie“ weiß man sofort woran man ist. Jedes noch so kleine Detail ist darauf angelegt eine bekannte Filmszene, bevorzugt aus „Scream“, zu parodieren. Bei ausgeschaltetem Hirn kann man sich dann auch wirklich schlapp lachen, auch wenn einige Gags etwas arg unter der Gürtellinie liegen.
Nun macht der Killer Jagd auch Cindy Campbell (Anna Faris) und ihre Clique. Diese haben natürlich letzten Sommer einen Fischer überfahren; was auch mit dem Motiv des Killers zusammenhängen scheint. Die extreme Doofheit der Teens sorgt dafür, dass der Mörder mehr oder weniger leichtes Spiel hat...

Wer nur auf Political Correctness oder intelligenten Humor steht, sollte einen großen Bogen um „Scary Movie“ schlagen, denn das gibt es hier nicht. Aber sobald zu mehreren ist, am besten im Kino, kann man sich über die teilweise niveaulosen, aber sehr komischen Gags schlapp lachen.
Selbst ich als Synchro-Fan muss sagen, dass die Eindeutschung durch Highlight ein wahres Verbrechen ist. Neben mieser Stimmauswahl und kompletter Außerachtlassung aller Slangs (vor allem des schwarzen Slangs) versaut die üble Übersetzung auch viele Witze und Wortspiele. Schon allein für die Eindeutschung der kultigen Telefonszene gehört dem Übersetzer das Script links und rechts um die Ohren gehauen.
Eine Story gibt’s bei „Scary Movie“ nicht und so wirkt das Ende dieses recht kurzen Films dann auch etwas gewollt. Doch das ist besser als den Film krampfhaft zu strecken. Auch nicht alle Gags sind immer gelungen; z.B. ist es nicht witzig, bloß wenn Cindy in der Badewanne furzt.

Die Effekte sind gewollt billig; vor allem bei den trashigen Imitaten von Geschlechtsteilen (wenn’s zu echt ausgesehen hätte, hätte allerdings auch eine NC 17 Freigabe gedroht). Aber diese Effekte tragen zum trashigen, parodierenden Charme von „Scary Movie“ bei, der im Geist der ZAZ-Filme steht; nur halt auf dem seit „Verrückt nach Mary“ grassierenden Niedrigniveau, doch nicht weniger witzig als die Vorbilder.
Neben „Scream“ dürfen auch „Düstere Legenden“, „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ und eine Unmenge andere Horrorfilme wiedererkannt werden. Filme aus anderen Bereichen werden weniger parodiert. Um alle Witze zu verstehen sollte man die komplette „Scream“-Trilogie, „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ und „Die Üblichen Verdächtigen“ gesehen haben.
Musikalisch kann „Scary Movie“ ebenfalls überzeugen; die Untermalung besteht zum größten Teil aus Rap, aber es gibt auch ein paar rockige Songs und mit „I Wanna Be Sedated“ von den Ramones einen unsterblichen Klassiker. Die Songs gehen allesamt ins Ohr, auch für Nicht-Rap-Fans wie mich (z.B. den Song „Scary Movies“ von Royce The 5’ 9’’ finde ich klasse).

„Scary Movie“ ist eine flache, aber sehr witzige Horror-Parodie mit wenig Niveau, aber jeder Menge gelungener Gags. Hirn aus, mit Freunden im O-Ton gucken und ablachen.

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