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Wes Craven hat mit „Scream“ (1996) das Slashergenre wiederbelebt und modernisiert. Mehr als das, denn sein Beitrag fungierte ebenso als teilweise Parodie. Ein paar Jahre später schickte sich der von Keenen Ivory Wayans inszenierte „Scary Movie“ dann an, dieses Werk durch den Kakao zu ziehen. Dabei hält er sich recht eng an Cravens Vorlage, an allen Ecken erkennt man das Vorbild. Das fängt bei den Namen der Figuren an, die an die Filmcharaktere oder die jeweiligen Darsteller und -innen erinnern und geht bis zu nachgestellten Szenen, die standesgemäß eine andere Wendung nehmen. Die Mischung aus Dialogwitz, körperlichen Aktionen und auch der Mimik geht dabei meist auf, wobei man sich auf diverse Grobheiten einstellen muss. Selbst die vierte Wand ist vor Wayans nicht sicher und erreicht „Scary Movie“ auch nie die Ausmaße oder Treffsicherheit mancher ZAZ-Werke, so ist der Spaßfaktor insbesondere bei Kenntnis der Vorlagen dennoch gegeben.

Außer an „Scream“ bediente man sich noch bei „I Know What You Did Last Summer“ (1997), „Blair Witch Project“ (1999) oder natürlich der Entstehungszeit geschuldet bei „The Matrix“ (1999). Daneben findet man noch weitere Werke sowie popkulturelle Anspielungen. Zwar erreicht Wayans mit seiner Zotenparade einen gewissen Fluss, hin und wieder nimmt er sich aber auch Auszeiten, wenn z. B. der bekannte Werbespot von Budweiser durchgenudelt wird. Letztlich muss sich alles dem anvisierten Lacher unterordnen, die Mordlüsternheit im Kino ist dabei übrigens vollends nachvollziehbar.
Das Ensemble ist durch die Bank passend gecastet. Anna Faris in der Hauptrolle macht ihre Sache ebenso gut wie der Rest. So doof schauen zu können ist auch eine Kunst. Alle sind mit Spielfreude dabei und passen in ihren Rollen auf das Szenario sowie die sich daraus ergebende Parodie.

„White folks are dead so we gettin' the fuck out of here!“

Bei Kenntnis der parodierten Werke und der Klischees des Genres ist das Ganze natürlich spürbar spaßiger. Mit einem passenden Ensemble und einer guten Gagdichte arbeitet sich der Streifen an den bekannten Vorbildern der späten 1990er Jahre ab und bietet ausreichend Lacher. Der Witz ist dabei variabel in der Qualität und mit Absicht nicht immer geschmackvoll. In entsprechender Laune funktioniert die Chose.

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