Dieser Film ist natürlich kein Horrorfilm, offenbar hat jemand von dem Regisseur Jorge Grau auf dieses Genre geschlossen. Es ist auch kein spanischer Giallo, wie ich vermutet hatte, vielmehr ein Kriminalfilm der gerne ein Hitchcock wäre. Die Morde sind nicht zu sehen, insofern ist auch der Titel "Violent Bloodbath" etwas irreführend - im Unterschied zum sehr treffenden Originaltitel "Todesstrafe".
Der Film basiert auf einer Novelle von Guy de Maupassant und hat eine "Botschaft", nämlich die von der angeblichen Perversität der Todesstrafe, zu transportieren - oder doch die der Perversität der Todesstrafengegner? Eine ernsthafte Reflexion zum Thema gibt es aber nicht, es ist pure Demagogie - wenn man ihm auch zugute halten muß, daß das Ende ebenso konsequent wie zweideutig ist . (Ich spreche in Rätseln um Spoiler zu vermeiden...)
Als Kriminalfilm versteht der Regisseur zwar eine rätselhafte Stimmung zu erzeugen, Spannung kommt aber nicht auf. Fernando Rey, wie immer großartig, ist ein Richter, der bereits zahlreiche Mörder zum Tode verurteilt hat. Er ist mit einer jüngeren und fremdgehenden Frau verheiratet, die Marisa Mell ohne viel Erotik, aber mit Charme verkörpert. Das Paar befindet sich in Spanien im Urlaub, als plötzlich jemand beginnt, Nachahmungsmorde zu verüben, die die bekanntesten Fälle für die jemand vom Richter zum Tode verurteilt worden war, detailgetreu nachahmt. Zwei verdächtige, junge Männer, beide ziemlich belanglos von Schönlingen gespielt, drängen sich dem Zuseher auf, einer wird aber schließlich selbst um die Ecke gebracht. Der spanische Inspektor unternimmt praktisch nichts. Schließlich scheint die schöne Gattin dem Geheimnis des Täters, das hier nicht verraten werden soll, auf die Spur zu kommen.
Für mich besticht in diesem Film die Schauspielerin Marisa Mell, die ansonsten oft unter ihrem Wert auf ihre körperlichen Reize reduziert wird. Erfreulich ist auch, daß sie die englische Synchro selbst gemacht hat, und daher ihre faszinierende Stimme ebenfalls zur Geltung kommt.