Die Kinder müssen ins Bett, Santa Claus kommt über das Dach und durch den Kamin hinein, packt Geschenke in die Socken und verschwindet. Die Kinder freuen sich und der Film ist auch schon vorbei. In unter achtzig Sekunden ist dieser „Santa Claus“ der wohl früheste Film mit der Darstellung dieses Weihnachtsmanns. Inszeniert von George Albert Smith ist dieses kurze Werk überwiegend aus filmhistorischer Sicht sehenswert, sofern man sich für die Anfänge dieser Kunstform begeistern kann.
Die erzählte Geschichte selbst ist dabei nicht der Rede wert, „Santa Claus“ ist eine Momentaufnahme und eher auf technischer Ebene bemerkenswert. Dazu gehört die frühe Verwendung einer Art Splitscreen (durch Doppelbelichtung), die auf der einen Seite die schlafenden Kinder zeigt, auf der anderen Seite Claus, wie er auf dem Dach ist und dann durch den Schornstein in den Raum mit den Kindern eintritt. Dies ist eine aus damalig-filmischer Sicht spannende Verknüpfung von verschiedenen Spielorten, die sich so vereinigen.
Inhaltlich zwar eher unspannend ist „Santa Claus“ ein Blick in die Ferne zurück zu den Anfängen des Filmemachens (und auch des saisonalen Genrefilms) und für Interessierte ein lohnenswertes Objekt.